29.07.2020

Wie funktioniert eigentlich eine Sonnenschutzverglasung?

Beschichtete und schaltbare Verglasungen sperren Hitze aus

Heiße Tage, warme und schlaflose Nächte - gegen zu warme Wohnräume ist Sonnenschutz unerlässlich. Neben außen vor dem Fenster angebrachten oder im Innenraum befindlichen Sonnenschutzlösungen kann auch eine Sonnenschutzverglasung gute Dienste leisten. Moderne Sonnenschutzverglasungen sorgen für angenehmere Temperaturen in den Wohnräumen - aber wie funktioniert das eigentlich? Wir stellen drei Varianten vor.

Sonnenschutzverglasung BungalowBild größer anzeigen
Bei großflächigen Verglasungen kann eine Sonnenschutzverglasung gute Dienste gegen Hitze leisten. Aber auch die Nachteile gilt es bei der Planung zu bedenkenFoto: Bundesverband Flachglas / Glas Trösch

Um Hitze aus Wohnräumen fernzuhalten, sind drei verschiedene Varianten bei den Sonnenschutz-Verglasungen erhältlich: Sonnenschutzgläser mit Beschichtung, schaltbare Verglasungen und Systeme im Scheibenzwischenraum. Sie helfen, die Aufheizung zu reduzieren und tragen zu angenehmen Temperaturen im Innenraum bei. Das spart auch Energie, denn es muss weniger gekühlt werden.

Sonnenschutz mit beschichteter Verglasung
Eine beschichtete Sonnenschutzverglasungen ist farbneutral und besitzt nahezu keine spiegelnden Eigenschaften. So sieht sie aus wie eine ganz normale Fensterverglasung. Zudem lässt sie viel gesundes Tageslicht, aber bis zu 80 Prozent weniger den Raum aufheizende, infrarote Wärmestrahlung hinein – eine Kombination, die für einen besonders hohen Wohnkomfort im Sommer sorgt.

Sonnenschutz mit schaltbarer Verglasung
Eine zweite Variante der Sonnenschutzverglasung sind schaltbare oder dimmbare Verglasungen. Der Vorteil: Bei solchen Fenstern lässt sich in mehreren Schritten die Farbe von glasklar hin zu einem angenehmen Blau verändern, und zwar durch Zugabe von elektrischem Strom. So wird der Energieeintrag der Sonne reduziert und gleichzeitig bleibt die Durchsicht erhalten. Solche sogenannten elektrochromen Verglasungen sind zum Beispiel als Dachfenster erhältlich.
Weniger dem Schutz vor der Sonne als dem Schutz vor neugierigen Blicken dienen Verglasungen, die sich mit Strom von durchsichtig auf undurchsichtig umschalten lassen. Hierbei wird der Energieeintrag kaum reduziert und auch die Durchsicht nach draußen entfällt vollständig.

Sonnenschutzsysteme im Scheibenzwischenraum
Bei Sonnenschutzsystemen im Scheibenzwischenraum werden unter anderem Jalousien, Rollos oder Plissees ohne Verschmutzungsgefahr in die Verglasung integriert, die manuell bedient oder über eine Fernbedienung gesteuert werden können. So lässt sich genau einstellen, wie viel Sonne in den Raum hineindarf und in welchem Umfang der Blick nach draußen erhalten bleibt. Auch für mehr Privatsphäre können diese Systeme sorgen – neugierige Blicke bleiben draußen.

Vorteile einer Sonnenschutzverglasung
Gerade bei großflächigen Verglasungen nach Süden lohnt es sich, über eine Sonnenschutzverglasung nachzudenken. Die Räume sind so leichter kühl zu halten. Außerdem muss kein außenliegender Sonnenschutz an der Fassade eingeplant werden. Damit sind EigentümerInnen unabhängiger bei der Planung, zum Beispiel bei einer Sanierung oder im Denkmalschutz.

Nachteile einer Sonnenschutzverglasung
Nachteile kann eine Sonnenschutzverglasung zum Beispiel im Winter haben. Um Heizkosten zu sparen, sind Wärmegewinne durch die Sonne dann durchaus erwünscht. Durch die konstante Reflexion des Sonnenlichts ist das bei einer Sonnenschtzverglasung aber kaum möglich. Auch Tageslicht geht für den Innenraum verloren.

Wer das verhindern möchte, sollte auf eine schaltbare Sonnenschutzverglasung setzen, denn diese ist flexibler als eine beschichtete Verglasung. Einziger Wermutstropfen: Solche elektrochromen Verglasungen sind noch nicht lange auf dem Markt, so dass Langzeiterfahrungen fehlen.

 
 
 
Quelle: Bundesverband Flachglas (BF) / Energie-Fachberater.de
 

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