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Expertenrat

Muss bei einem Fenstertausch ein Lüftungskonzept erstellt werden?

Unser Experte ENERGIE-FACHBERATER  antwortet

Frage von Martina R. am 08.12.2016 

Ende 2013/Anfang 2014 habe ich in meinem Einfamilienhaus aus dem Jahr 1976 alle Fenster tauschen lassen. Von der ausführenden Firma wurde mir zur Dreifachverglasung geraten. Diese habe ich dann zum stolzen Preis von ca. EUR 17.000,- ausführen lassen.
Nun wurde mir erst vor einigen Tagen von Bekannten erzählt, dass ich:

1. eine Förderung der KfW hierfür hätte erhalten können und
2. der Fensterbauer verpflichtet sei, mir ein Lüftungskonzept zu erstellen.


In wieweit war der Fensterbauer verpflichtet, mich auf die Möglichkeit der Förderung hinzuweisen?

Besteht tatasächlich die Verpflichtung zur Erstellung dieses Lüftungskonzepts? Wir kämpfen nämlich seit dem Einbau der Fenster mit einer extrem niedrigen Luftfeuchtigkeit, die gesundheitliche Beeinträchtigungen mit sich bringt. 

Antwort von ENERGIE-FACHBERATER  

Leider können die Fördermittel nachträglich nicht mehr beantragt werden. Weitere Informationen dazu haben wir Ihnen im Beitrag "Förderung: Kann ich Zuschüsse auch nach der Sanierung beantragen?" zusammengestellt.

Ein Handwerker ist nicht verpflichtet, über mögliche Fördermittel zu informieren. Werden über ein Drittel der Fenster getauscht, ist die Erstellung eines Lüftungskonzeptes allerdings pflicht. Anders als von Ihnen beschrieben, werden dabei Maßnahmen getroffen, die einen zu hohen Anstieg der Luftfeuchtigkeit verhindern sollen. Weitere Informationen zum Lüftungskonzept nach DIN 1946 Teil 6 gibt Claus Händel im Beitrag "Wann braucht man ein Lüftungskonzept bei der Sanierung?


Eine zu niedrige Luftfeuchte nach einem Fenstertausch ist eher untypisch. Grund dafür kann zum Beispiel ein falsches Heizverhalten sein. Werden gut beheizte Räume im Winter oft stark gelüftet, kann der geringe Wasseranteil der kalten Außenluft die warme Raumluft dabei nicht ausreichend befeuchten. Auch ein Kamin kann zu einer sehr niedrigen Luftfeuchtigkeit beitragen. Liegt die relative Luftfeuchtigkeit - die zum Beispiel mit einem einfachen Hygrometer gemessen werden kann - dauerhaft unter 40 Prozent, sollte ein Luftbefeuchter aufgestellt werden. 


Folgen einer zu niedrigen Feuchtigkeit können zum Beispiel Reizungen der Atmungswege oder der Augen, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen sein.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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