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Expertenrat

Wir wollen ein altes Haus kaufen, das derzeit keine Heizung hat. Dürfen wir Infrarotheizungen nutzen?

Frage von Daniel G. am 29.10.2015 

Wir interessieren uns für den Kauf eines Haus (1920er Jahre), das vom derzeitigen Besitzer (bereits ausgezogen) zum Verkauf angeboten wird. Das Haus hatte vorher eine alte Kohlenheizung. Diese wurde bereits ausgebaut. Es gibt und gab keine Heizkörper oder verlegte Heizungsrohe in den Wänden. Wir überlegen bei einem Kauf nach Überarbeitung der Elektrik Infrarotheizungen einzusetzen. Meine Frage: Gibt es nun bzgl. der EnEV etwas zu beachten? Es gibt ja keine Heizung im Haus. Ein Gas- oder Ölheizeinbau würde massive Arbeiten an der Haussubstanz (Rohre verlegen) mit entsprechenden Kosten verursachen. Dürfen wir Infrarotheizungen nutzen? Benötigen wir eine Zertifizierung durch einen Energieberater? 

Antwort von ENERGIE-FACHBERATER  

Grundsätzlich schreibt die EnEV keine bestimmte Heizungsart vor. Allerdings sollten Sie sich trotzdem unbedingt unabhängig von einem Energieberater und/oder Heizungsinstallateur über die verschiedenen Möglichkeiten bei der Heizung und zu den Kosten beraten lassen, denn gerade bei einem Altbau kann eine Stromheizung enorme Kosten verursachen. Sinnvoll sind Infrarotheizungen in der Regel nur in Ausnahmen, wie einzelnen Räumen oder in besonders gut gedämmten Häusern.

Dazu ein Rechenbeispiel der Verbraucherzentrale Energieberatung:
„Als kostengünstige und umweltfreundliche Alternative zur Nachspeicherheizung wird die Infrarot-Flächenheizung beworben. Da sie mit Strahlungswärme heizt, reichen laut den Herstellern niedrigere Raumtemperaturen aus für ein behagliches Wohnklima. Allerdings verbraucht die Infrarotheizung vor allem tagsüber Strom, zu durchschnittlich 27 Cent pro kWh (zum Vergleich: Gas ca. 5,5 Cent/kWh, Heizöl umgerechnet ca. 6 Cent/kWh, Holzpellets ca. 5 Cent/kWh). Diese hohen Betriebskosten einer Infrarotheizung werden auch durch die relativ niedrigen Anschaffungskosten nicht wettgemacht. Und klimafreundlich sind Elektroheizungen übrigens auch nur mit einem zertifizierten Ökostromtarif - sonst ist die Klimabilanz schlechter als bei anderen Energieträgern."

Wenn Sie an der Idee vom Heizen mit Strom festhalten, sollten Sie unbedingt auch über eine eigene Photovoltaik-Anlage zum Erzeugen von Solarstrom nachdenken, um den benötigten Strom zumindest selbst erzeugen zu können.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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