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Expertenrat

Was muss bei einer Bungalow-Aufstockung in Bezug auf die Dampfbremse beachtet werden?

Frage von Sebastian N. am 12.12.2014 

Wir werden in Kürze unseren Bungalow aufstocken. Hierzu wird die neue 2.Etage in Holzständerbauweise und einem komplett neuen Dach hergestellt. Nun stelle ich mir hierzu folgende Frage bzgl.  der Anbringung der Dampfsperre (Innenwand) am Übergang des Mauerwerks von alt auf neu. Denn unten ist dann ein Zweischaliges Mauerwerk und oben die neue Wand mit innen OSB. Zwischen diesen beiden Wänden liegt die Holzbalkendecke. Wie kann ohne das die Rigipsdecke der künftigen Zwischendecke die Dampfsperre hergestellt werden?

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Die Decke zwischen zwei Geschossen wird bei der Wärmebedarfsrechnung nicht beachtet, wenn unten wie oben annähernd gleiche Raumtemperaturen herrschen. Ist dies der Fall, wäre in der Geschossdecke eines Neubaus auch keine Dampfbremse erforderlich, da die Wasserdampfkonzentration in beiden Geschossen ebenfalls etwa gleich wäre (identische Nutzungen vorausgesetzt). Gegenüber der Außenluft besitzt die zweischalige Außenwand des Erdgeschosses gegenwärtig keine Dampfbremse und  benötigt auch in Zukunft keine. Die neue, aufgesetzte Holzständerkonstruktion im Obergeschoss benötigt dagegen eine Dampfbremse, die feuchtevariable Eigenschaften aufweisen sollte und die vor allem luftdicht ausgeführt werden muss. Das gilt für die senkrecht ausgeführten Wände im Obergeschoss ebenso, wie für die schräg ausgeführten Konstruktionen, sofern die damit gebildeten Räume auch für Wohnzwecke ausgebaut und später beheizt werden. Alle Bauteile oberhalb der Geschossdecke erhalten also innenseitig eine feuchtevariable Dampfbremse, die luftdicht herzustellen ist. Es ist in diesem Zusammenhang zweckmäßig, eine Installationsebene vorzusehen, damit die luftdichtenden Bahnen weder von Installationen, noch durch Nägel oder Ähnliches durchstoßen werden. Am Fußpunkt der Holzständerkonstruktion würde ich die Dampfbremse abknicken und bis mindestens 30 cm tief auf der Rohdecke (abgedeckt mit der Trittschalldämmung) in den Raum hineinführen. Die Befestigung und Abdichtung dort sollte mit speziellen Doppelklebebändern erfolgen. Die neue Geschossdecke sollte, trotz meiner eingangs gegebenen Informationen, auch eine Dampfbremse, ausgeführt als luftdichtende Ebene, erhalten. Diese Ebene dient der Sicherheit vor Undichtheiten im Übergang zum Geschossdeckenauflager (Holzbalken auf Mauerwerk). Sie ist vor dem Anbringen der Gipskartonplatten zu verlegen. An den Rändern sollte diese Luftdichtheitsebene gegenüber dem Mauerwerk des Erdgeschosses senkrecht heruntergezogen und mittels Doppelklebeband angepresst bzw. eingeputzt werden. Um die Luftdichtheit im gesamten Haus zu überprüfen, rate ich Ihnen zu einem Luftdichtheitstest (blower-door-Verfahren) bevor die raumseitig abschließenden Gipskartonplatten aufgesetzt werden.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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