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Expertenrat

Was muss beim Ausbau eines Kellerraumes beachtet werden?

Frage von Max M. am 26.01.2017 

Ich möchte meinen nicht isolierten unbeheizten Kellerraum (Beton) zum Hobbyraum zur gelegentlichen Nutzung ausbauen. Raumgröße 26 m². (Raumhöhe 2,25 m). Er hat ein Fenster (doppelverglast) und 2 Innentüren sowie ein paar Aufputzkabelkanäle. Feucht ist es im Keller nicht mehr (nur im ersten Jahr nach Bau vor 7 Jahren).

Beheizen würde ich den Raum vermutlich mit einer elektrischen Heizung (Fußboden u./oder Konvektor).

Ich würde dazu im ersten Schritt gerne den Kellerboden und die Wände isolieren (3 Wände, davon 2 Außenwände und 1 Innenwand zum Technikraum). Die Gesamtfläche der Wände beträgt ca. 26 m². Den Boden möchte ich wegen der geringen Raumhöhe nicht höher als 5 cm aufbauen. Die Wand kann zwischen 4-6 cm aufgebaut werden.

Ich habe für die Wand folgende Angebote erhalten:
1. Knauf Tectem 5 cm
2. Redstone 5 cm
3. Fermacell Verbundplatte 3 cm

Für den Boden folgende:
1. Blanke Permatfloor 3 cm
2. Fermacell Estrich Element 4 cm (davon 2cm Styropor)
3. Styropor 3 cm + darüber 22 mm OSB Platten

Welche Produkte machen aus Ihrer Sicht am meisten Sinn? Muss ich an den Wänden die Farbe in jedem Fall entfernen oder könnte man mit einer Grundierung arbeiten? Könnte der Boden schwimmend verlegt werden? 

Antwort von Andreas Skrypietz von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)  

Grundsätzlich ist der beschriebene Kellerraum nachträglich von innen zu dämmen. Allerdings sind wie immer ein paar Feinheiten zu beachten: Die zum Lichthof hin nur zu einem Drittel in der Erde befindlichen Außenwand sollte mindestens mit 5cm der vorgeschlagenen Materialien – Knauf Tectem und Redstone – gedämmt werden. Hier ist vor allem darauf zu achten, dass die Innendämmung die bereits im unteren Drittel vorhandene Außendämmung zu mindestens 50cm überlappt, damit keine weiteren Wärmebrücken entstehen.

Die zweite Außenwand muss vollständig von innen mit den bereits erwähnten Materialien gedämmt werden. Hier muss zusätzlich noch eine Dampfbremse mit einem Sperrwert über 100m innenseitig vor der Dämmung eingebaut werden. Sonst besteht Gefahr, dass sich in der Konstruktion – zwischen Dämmung und Betonwand – im Winter mehr Kondenswasser ansammelt, als im Laufe des Sommers austrocknen kann.

Die Betonwand zum Technikinnenraum muss genauso gedämmt werden inkl. der Dampfsperre.

Der Fußbodenaufbau kann in der von Ihnen beschriebenen Art und Weise erfolgen. Sie sollten allerdings keine Dämmschichten unter 5cm verwenden, da sonst die Dämmwirkung zu gering und die Gefahr von Kondenswasserbildung zu groß ist.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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