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Expertenrat

Wie große sollte der Pufferspeicher in einem Mehrfamilienhaus geplant werden?

Frage von Dieyer S. am 16.01.2017 

Ich besitze ein Gebäude mit drei Wohneinheiten im Erdgeschoss. Diese sollen jeweils mit einem Wasser führenden Kamin ausgestattet werden. Insgesamt kommen diese bei voller Leistung auf etwa 40 kW - einzeln haben die Geräte eine Leistung von 12 bis 16 Kilowatt. Die Wärmeabgabe soll später über einzelne Messeinrichtungen ermittelt werden. Darüber hinaus gibt es 5 weitere Kamine, die ohne Wassertasche ausgestattet sind. Die Wohnfläche beträgt insgesamt etwa 560 m².

Wie groß muss der Pufferspeicher im Haus geplant werden, wenn die Dauerlast bei einem Gleichzeitigkeitsfaktor von etwa 0,7 und einer zusätzlichen Gasheizung rund 40 kW beträgt?  

Antwort von ENERGIE-FACHBERATER  

Der Pufferspeicher hat die Aufgabe, die erzeugte Wärme der Heizungsanlage aufzunehmen und solange vorzuhalten, bis sie im Haus verbraucht wird. Bei Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe, mit einer Leistung von mehr als 4 kW schreibt die 1. BImSchV (Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes) die Installation eines Pufferspeichers von 55 Litern je kW Heizleistung vor.

Für einen effizienten Betrieb der Heizungsanlage, kommt es neben der Speichergröße aber auch auf die Ausführung (Schichtladespeicher) sowie die Einbindung in das Heizungssystem an. Wichtig ist hier eine individuell durchgeführte Fachplanung, durch einen Planer oder einen Energieexperten aus ihrer Nähe.

In der Zusammenstellung der Heizgeräte scheinen wasserführende Kamine mit einer Leistung von 16 Kilowatt sehr groß für typische Wohnungen. Denn neben der wasserseitigen Leistung (dem Anteil der Verbrennungswärme, die über den Wärmeübertrager an das Heizungssystem abgegeben wird) haben die Geräte auch eine raumseitige Leistung. Wärme wird dabei zum Beispiel über Strahlung an den Aufstellraum abgegeben. Ist der Ofen zu groß, kann es hier schnell zu warm werden. Wir empfehlen, die Planung von einem Experten für Energieeffizienz vor Ort einmal prüfen zu lassen. Diesen finden Sie zum Beispiel in der Experten-Liste der KfW.


Achten Sie bei der Planung der Öfen auch darauf, dass die Wohnungen mit ausreichend Frischluft versorgt werden. Denn mit Ausnahme raumluftunabhängiger Kamine wird die Verbrennung mit Sauerstoff aus dem Raum versorgt. Strömt nicht ausreichend nach, kann das gesundheitsgefährdende Folgen wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Ohnmacht haben.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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