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Expertenrat

Ich habe vor den Boden des Daches zu dämmen, möchte aber den Dachstuhl später ausbauen. Welche Dämmung kommt infrage?

Frage von Andreas F. am 28.05.2015 

Ich habe vor den Boden des Daches zu dämmen. Möchte aber den Dachstuhl später als Wohnraum ausbauen. Auf welche Dämmung sollte ich zurückgreifen? 

Antwort von Andreas Skrypietz von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)  

Da der Dachraum später als Wohnraum genutzt werden soll, macht es aus meiner Sicht nicht wirklich Sinn, jetzt nur den Boden zu dämmen. Denn wenn der Ausbau zum Wohnraum ansteht, müssen Sie die Dachflächen ohnehin dämmen. Warum also nicht jetzt schon die Dachdämmung einbauen, die später auch benötigt wird? Aber jenseits dieser grundsätzlichen Überlegungen, hier meine Antwort auf Ihre Frage: Zur Dämmung eines Dachbodens gibt es verschiedene Möglichkeiten. Es gibt Komplettsysteme, bestehend aus Dämmung und begehbarer Oberfläche, man kann aber auch die entsprechenden Materialien frei zusammenstellen. Das erstere ist bequemer, dafür in der Regel etwas teurer, das zweite erfordert mehr Planung und mehr Zeit. Um die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) zu erfüllen müssen Sie bei einem Dämmstoff der Wärmeleitgruppe (WLG) 040 mindestens 12 cm einbauen. Obendrauf käme dann noch die begehbare Oberfläche. Wenn Sie sich die Dämmung der obersten Geschossdecke von der KfW als Einzelmaßnahme fördern lassen wollen, müssen Sie bei einem vergleichbaren Dämmstoff mindestens 24 cm Dämmung einbauen. Bei einem leistungsstärkeren Dämmstoff der WLG 030 benötigen Sie für die EnEV-Anforderungen 8 cm und für die KfW 18 cm.

Grundsätzlich sollte der Aufbau wie folgt aussehen: Dampfbremse, Dämmstoff, begehbarer Belag. Sie müssen noch die Tragkonstruktion für den Belag mitbedenken, in der Regel wird dies mit Holzbalken gemacht.

Eine Empfehlung für einen konkreten Dämmstoff kann ich an dieser Stelle nicht geben, dazu müsste ich den konkreten Aufbau der obersten Geschossdecke kennen. Denn nur dann kann man eine sinnvolle Materialkombination bestimmen.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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