Expertenrat

Die Dachdämmung ist beschädigt. Wie kann ich den Bestand einfach sanieren?

Frage von Eduard R. am 06.09.2022 

Ich habe damit begonnen, das Haus meiner Schwiegereltern zur sanieren (Bj. 1986) und benötige hierzu eure Hilfe. Konkret geht es darum, dass ich im Dachboden die alte Holzdecke heruntergenommen habe und jetzt freie Sicht auf die damaligen Dämmmaßnahmen vorliegt.

Es wurden eine Zwischensparrendämmung mit Styropor durchgeführt ca. 160 mm und als Dampfsperre eine Art "Alufolie" verwendet. Die Folie ist allerdings überall beschädigt und teilweise lose. Für mich stellt sich jetzt die Frage nach einer Low-Budget-Sanierung (Folie flicken und eine Untersparrendämmung mit 30 mm + Gipsplattenverkleidung auszuführen) oder alles zu entfernen und komplett neu aufbauen (neue Zwischensparrendämmung + neue Folie + Untersparrendämmung 30 mm + Gipsplatten)

Ich scheue mich zurzeit etwas davor, diesen Aufwand zu betreiben und suche nach einer Möglichkeit, das Dach einfach, aber halbwegs brauchbar zu dämmen. Der Dachboden ist ausgebaut und die Räumlichkeiten sind bewohnt. (Schlafzimmer, Kinderzimmer etc.). Für Tipps und Tricks bin ich jederzeit dankbar.

Antwort von ENERGIE-FACHBERATER  

Styropor ist grundsätzlich nicht das beste Material für eine Zwischensparrendämmung, da es sich nur schwer dicht in die Sparrenzwischenräume einbringen lässt. Löcher und freie Stellen lassen mehr Wärme hindurch und reduzieren die Wirksamkeit. 


Günstig ist es daher, die Dachdämmung zu entfernen. Anschließend bringen Sie eine neue Zwischensparrendämmung aus klemmfähigen Materialien wie Mineralwolle ein. Unter den Sparren folgt eine Lattung, in die Sie die Untersparrendämmung einbringen. Es folgt eine im besten Falle feuchtevariable Dampfbremse und eine Konterlattung. 


Letztere hat drei Funktionen: Sie stabilisiert den Halt der Untersparrendämmung, nimmt die Gipskartonplatten auf und schafft einen Installationsraum für Kabel, Dosen etc.. Vor allem der Installationsraum ist wichtig, um die Dampfbremse nicht durchstoßen zu müssen und so ein erhöhtes Feuchterisiko einzugehen. Wichtig ist zudem auch eine fachgerechte Verarbeitung, die das Abdichten der luftdichten Ebene an den Rändern vorsieht.

Prüfen Sie im Rahmen der Bauarbeiten auch, ob eine Unterspannbahn das Dach vor Regen und Schnee von außen schützt. Ohne diese könnte Feuchtigkeit in die Dämmung eindringen und deren Wirkung mindern.

Wir empfehlen, das Vorhaben mit einem Energieberater aus Ihrer Region zu besprechen. Dieser prüft die örtlichen Gegebenheiten und gibt wertvolle Tipps zur Ausführung. Er untersucht außerdem den Zustand der aktuellen Zwischensparrendämmung und stellt heraus, ob diese im Dach verbleiben kann oder in jedem Fall auszutauschen ist. Aus der Ferne ist das leider nicht möglich.

Lassen Sie das Dach von einer Fachfirma dämmen und erreichen dabei einen U-Wert von 0,14 W/m²K oder besser, bekommen Sie eine Förderung für die Dachdämmung. Erhältlich sind Zuschüsse in Höhe von 15 bis 20 Prozent, die Sie vor der Vergabe von Liefer- und Leistungsverträgen beantragen müssen.

Angebote von Handwerkern aus Ihrer Region bekommen Sie kostenfrei und unverbindlich über unser Online-Angebotstool für Dämmarbeiten.

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Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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