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Expertenrat

Ist die vorgeschlagene Konstruktion zur Dämmung der Gauben praktikabel und sicher?

Frage von Armin M. am 13.02.2022 

Im Rahmen der Dachsanierung habe ich von innen nach außen gesehen folgenden Dachaufbau:
- GKP 12,5 mm
- Würth Wütop DB2 Dampfbremse
- 280 mm Dämmung Knauf Insulation 032 (2 x 140 mm)
- Unterspannbahn
- Lattung und Braas Doppel S Dachziegel.

Problem: Im Rahmen der Aufdopplung des alten Dachstuhls wurden die bestehenden Gauben nicht berücksichtigt.

Im Nachhinein empfiehlt das Dachdeckerunternehmen, die Gauben von innen mit BauderPIR DAL (60 oder 80 mm) zu isolieren. Hohlräume zwischen BauderPIR DAL und der Gaubenholzkonstruktion mit Mineralwolle zu füllen und die Dampfbremse von innen über BauderPIR DAL Dämmung zu legen und an den Fenstern der Gauben zu verkleben. Innenseitig wird abschließend eine GKP 12,5 geschraubt.

Die Gauben sind seitlich mit Schieferplatten und auf dem Gaubendach (OSB) und Bitumenbahn verkleidet.

Ich frage mich, ob kritische Wärmebrücken zwischen Dach und Gaubendämmung auftreten und ob die vorgeschlagene Lösung der Gaubendämmung generell, auch in Hinblick auf mögliches Kondenswasser, praktikabel scheint.

Antwort von Andreas Skrypietz von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)  

Spontan kam mir die Frage in den Sinn, ob das Dämmen der Gauben nicht mit zum Auftrag des Dachdeckers gehört hat? Aber unabhängig davon, ich bin kein Freund davon, zwei verschiedenartige Dämmstoffe miteinander zu kombinieren. Die Bauder PIR DAL ist beiderseitig alukaschiert und hat ein anderes Feuchte- und Dämmverhalten als die Mineralwolle. Ich würde zu einem Dämmstoff greifen, im beschriebenen Fall zur Mineralwolle, die ist einfacher zu verarbeiten.

Bleibt die Frage, wie der Anschluss an die bereits ausgeführte Aufdopplung und nachträgliche Dämmung des Daches erfolgen kann. Dies ist aus der Ferne nicht zu beantworten. Was aber auf alle Fälle eingebaut werden muss, ist eine sogenannte feuchteadaptive oder feuchtevariable Dampfbremse. Denn die Gauben sind außen durch die Holzverschalung nebst Bitumenbahnen, – die sich ja auch unter dem Schiefer befinden – dampfdicht. Somit muss zwingend eine Dampfbremse eingebaut werden, die die Feuchtigkeit auch wieder aus der Konstruktion in den Raum.

Mein Rat: Lassen Sie die Arbeiten vom beauftragten Dachdecker ausführen. Das nachträgliche fach- und sachgerechte Dämmen von Gauben ist keine „mal eben“ – Angelegenheit!


Kommentare

Armin M.
Besten DANK für Ihre Antwort. 

Ja, das Dämmen der Gauben hat zum Auftrag des Dachdeckers gehört, doch scheint es, dass er die Aufdopplung der Gauben vergessen hat und deswegen als nachträgliche Lösung die Innendämmung mit Bauder PIR DAL vorschlug.

Da es bei der Dachsanierung mit dem ausführenden Dachdeckerunternehmen bereits Probleme gab, welcher ein Sachverständiger bestätigte und nun zum Abschluss des Auftrags der Dachsanierung erneut nicht fachgerecht gearbeitet wurde (Gauben, aber auch Ausbau des DG im Trockenbau), einigten wir uns mit dem Dachdecker die verbleibenden Gewerke anderweitig zu vergeben.

Vergangene Woche war dann ein gestandener Dachdecker vor Ort, welcher zugleich, obwohl die Baustelle beheizt ist, Kondenswasser zwischen der Gaubendämmung und Gaubenschalung feststellte. Des Weiteren stellte er fest, dass die Schalung des Gaubendachs mit einer OSB-Platte ausgeführt wurde.
Hinzukommend bestätigte er Ihre Aussage, dass die Bauder PIR DAL ein anderes Feuchte- und Dämmverhalten als die Mineralwolle hat, und empfiehlt den Rückbau der Gaube, Aufdopplung und Dämmung mit Knauf Insulation 032 (so wie auf dem Dach) und verlegen der Wütop DB2 Dampfbremse. 

Nochmals vielen Dank für Ihre Meinung aus der Ferne, welche sich bei der vor Ort Begehung bestätigte.

Ihnen alles alles Gute!
Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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