Expertenrat

Wie dämmen wir das Dach unter Teerpappe und Blech richtig?

Frage von Vin C. am 01.11.2022 

Unser Satteldach wurde 2004 mit Wellblechplatte gedeckt (wobei es nicht wirklich wie Wellblech aussieht, sondern schon wie Dachziegel). Der Unterspannbahn ist geschweißte Teerpappe. Es existiert keine Belüftung am First oder an den Fußpfetten. Bisher wurde das Dachgeschoss als Kaltraum verwendet. Wir möchten diesen Raum nun als warmen Wohnraum ausbauen. Gibt es eine Möglichkeit, das Dach zu dämmen, ohne neu zu decken?

Mir wurde die Zwischendämmung mit Holzfaser empfohlen mit der Gewissheit, dass dort Feuchtigkeit ansammeln wird. Durch eine feuchtevariable Dampfbremse soll die Feuchtigkeit im Sommer wieder diffundieren können. Würden Sie so empfehlen? Wir möchten eventuell Photovoltaik auf dem Dach anbringen. Könnte es dadurch weitere Probleme entstehen?

Der Dachaufbau von Außen nach innen:
- Blechziegel-Platte
- Konterlattung (ca. 20 mm)
- Lattung (ca. 20 mm)
- verschweißte Teerpappe/Dachpappe
- Verschalungsbretter (ca. 25 mm)
- Dachsparen (120 mm)
- 80 mm Zwischendämmung mit Styropor (entfernt)

Antwort von ENERGIE-FACHBERATER  

Günstig ist es in diesem Fall, die 120 mm Sparrentiefe komplett mit Dämmstoff auszufüllen. Für einen besseren Wärmeschutz können Sie die Sparren aufdoppeln oder zusätzlich eine Untersparrendämmung installieren, sofern die freie Raumhöhe das hergibt. Zum Dachraum schließen Sie die Konstruktion mit einer fachgerecht verlegten feuchtevariablen Dampfbremse ab. Unter dieser empfiehlt sich eine Konterlattung. Diese nimmt die Deckenverkleidung auf und schafft einen Installationsraum für Kabel und schlanke Rohre. Auf diese Weise müssen Sie die Dampfbremse weniger oft durchstoßen und mindern das Risiko von eintretender Feuchte.

Wir empfehlen, die Konstruktion mit einem Energieberater vor Ort zu besprechen. Dieser stellt eine individuelle Berechnung an, um die nötigen Bauteilqualitäten ermitteln zu können. Als Dämmung kommt zum Beispiel Mineralwolle zum Einsatz. Diese schützt etwas weniger vor sommerlicher Hitze, lässt Wärme im Winter aber schlechter nach außen strömen.

Führt ein Fachhandwerker die Maßnahme durch und erreichen Sie einen U-Wert von 0,14 W/m²K oder besser, haben Sie Anspruch auf eine Förderung der Dachdämmung in Höhe von 15 bis 20 Prozent. Laden Sie sich unsere Anleitung zur Förderung für die Dachdämmung herunter - da werden in einem interaktiven eBook alle Förderalternativen beschrieben und Schritt für Schritt der Weg zur maximalen Förderung aufgezeigt.

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Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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