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Expertenrat

Lohnt es sich aus Komfortgründen, neben dem Boden auch das Dach zu dämmen?

Frage von Andrea T. am 07.02.2021 

Bei uns ist die oberste Geschossdecke recht gut gedämmt (an den meisten Stellen 0,24/0,26 - durch Lüftungsleitungen jedoch sicher nicht ganz flächendeckend). Dennoch ist es die Schwachstelle des Hauses (Bodenplatte besser gedämmt, Außenwände 0,2). Unser geräumiger Dachboden mit einem normalen Fenster ist über eine normale Geschosstreppe zu erreichen und von dieser durch einen kleinen Vorraum getrennt. Dieser Vorraum hat eine gute Dämmung zum Dach hin und eine gute Außenwand (wie das ganze Gebäude).

Die Innenwände des Vorraums/der Treppe zum Speicher sind allerdings nicht so toll (u-Wert ca. 0,45 - 0,5). Der Treppenaufgang ist zum Flur/Wohnbereich unten offen. Die dreieckigen Außenwände unseres Speichers haben einen guten U-Wert.

Nun würden wir gern eine sehr gute Zwischensparrendämmung (natürlich mit Dampfbremse und Verkleidung) anbringen lassen. Die Wärmedurchlässigkeit (der U-Wert) des gesamten Speichers (Außenwände, Fenster und Dach) wird danach etwas geringer sein als der der obersten Geschossdecke mit angrenzenden Innenwänden und Tür.

Ein Ausbau ist nicht geplant, aber für die Zukunft nicht ausgeschlossen. Uns geht es mehr darum, dass Haus insgesamt (für Sommer und Winter) besser zu dämmen und wir versprechen uns hauptsächlich weniger Extremtemperaturen dort oben. Dann trauen wir uns dort eher, etwas zu lagern. Außerdem könnte man dort dann hoffentlich öfter als gerade, mal ein größeres, längerfristiges Bastelprojekt aufbauen (weniger Zeiten mit Extremtemperaturen). Ein zusätzliches Heizen ist nicht (oder in Ausnahmefällen geplant). Lüftung soll durchs Fenster erfolgen.

Uns ist klar, dass es sich für die Heizeinsparung nicht lohnt, da diese sehr gering sein wird. Uns geht es mehr um den obengenannten Komfort. Über Ihre Einschätzung, ob wir die erhofften Effekte erreichen können, würden wir uns sehr freuen.

Antwort von ENERGIE-FACHBERATER  

Da viele Trennwände und -decken zum beheizten Bereich bereits gut gedämmt sind, wirkt sich die Dachdämmung wie bereits vermutet wenig auf die Heizkosten im Haus aus. Mit günstig gewählten Baustoffen lassen sich die beschriebenen Extremtemperaturen allerdings vermeiden. Während Dämmstoffe in entsprechender Stärke gut vor niedrigen Temperaturen im Winter schützen, sorgt vor allem die Kombination mit Holzfaserplatten auch für sommerlichen Wärmeschutz. Denn die Dämmstoffe sind vergleichsweise schwer. Sie speichern thermische Energie und verlangsamen die Aufheizung im Dachboden. Zusammen mit einer optimalen Nachtlüftung verhindern Sie damit auch hohe Temperaturen im Sommer.

Da wir das Gebäude und die vorhandene Konstruktion nicht kennen, empfehlen wir Ihnen die Beratung durch einen Experten vor Ort. Dieser berechnet die geplante Dämmung und zeigt auf, welche Temperaturen sich dann im Dachboden einstellen. Der Experten informiert darüber hinaus auch über die anfallenden Kosten und gibt Ihnen somit eine fundierte Grundlage, sich für oder gegen die Maßnahme zu entscheiden. Ansprechpartner finden Sie dabei in der Energie-Effizienz-Experten-Liste des Bundes oder bei der Verbraucherzentrale für Energieberatung.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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