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Expertenrat

Wie dämme ich den Boden unseres Gartenhauses richtig? Unter dem Boden befindet sich Außenluft.

Frage von Mathias H. am 02.11.2020 

Ich habe eine Frage zur Dämmung unseres Gartenhauses. Das Fundament unseres Gartenhauses bilden 3 KDI-Balken, welche an insgesamt 12 Punkten von H-Trägern in der Luft gehalten werden. Zwischen Erdboden und Unterkonstruktion des Hauses sind überall mindestens 20 cm Platz. Das war eine Vorgabe des Gartenvereins. Da die Holzkonstruktion lediglich von den Stahlträgern in der Luft gehalten wird, sollten wir aus meiner Sicht keine Probleme mit aufsteigendem Wasser bekommen.

Das Gartenhaus hat eine Gesamtfläche von 16 m² und ist in zwei von Außen zugänglichen Räumen geteilt. Einmal Werkstatt- und Lagerraum, und einmal Wohn- und Aufenthaltsraum. Wir wollen den Aufenthaltsraum auch während des Winters nutzen und beheizten. Wie würde man bei der Dämmung des Bodens vorgehen?

Alle Informationen, die ich finden kann, gehen davon aus, dass das Haus auf dem Boden steht und darum irgendwie für Luftzirkulation gesorgt werden muss. Das ist bei uns ja nicht der Fall. Welchen Aufbau würden Sie empfehlen?

Mein Plan wäre es, in die Zwischenräume der Bodenkonstruktion Mineralwolle einzubringen, dann eine Dampfbremsfolie, bevor die Bodenbretter drauf kommen. Müsste die Unterseite dieses Aufbaues noch zusätzlich geschützt werden, oder reicht es dafür zu sorgen, dass die Mineralwolle nicht "rausfällt"?

Details zum Haus: Die Wände des Hauses bestehen aus 40 mm Blockbohlen mit Doppelnut und -feder. Das Haus ist im Blockbohlen-Prinzip aufgebaut.

Die Bodenfläche des Hauses beträgt 16 m². Wenn man den Bodenaufbau von der Erdoberfläche aus betrachtet, so ist die Grundkonstruktion aus drei parallel, horizontal laufenden 90 mm x 90 mm KDI-Pfosten, welche auf 12 Betonstützen mit Metallträgern gelagert sind. Der Freiraum zwischen Pfosten zum Erdboden beträgt ca. 10–15 cm (Luft).

Auf den KDI-Pfosten liegt die eigentliche Unterkonstruktion des Hauses aus 5 ×7 cm KDI-Balken. Direkt auf diesen Balken soll der Boden angebracht werden. Der Boden und das Stufendach bestehen aus ca. 18 mm starken Nut-und-Feder Brettern.

Antwort von Andreas Skrypietz von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)  

Grundsätzlich können Sie das Gartenhaus in der beschriebenen Art dämmen. Sie sollten noch dafür sorgen, dass in die Dämmebene auch von unten keine Feuchtigkeit eindringt. Auch auf der unteren Seite sollten Sie die Dämmebene mit einer Folie gegen eindringende Feuchtigkeit schützen. Beachten sollten Sie vor allem aber Folgendes: Mit den Stahlträgern haben Sie als unteren Abschluss einen sehr guten Wärmeleiter. Die Wärme aus dem Innenraum gelangt über das Holz der Bodenkonstruktion in den Stahlträger, eine klassische Wärmebrücke. Eigentlich müssten die Stahlträger vollständig in die Dämmebene mit einbezogen werden. Aus meiner Sicht für ein Gartenhaus ein recht hoher Aufwand. Aber die Dämmung der Träger kann auch noch im Nachhinein erfolgen, wenn Sie Erfahrungen gesammelt haben, ob diese Wärmebrücke in Ihrem winterlichen Alltag eine spürbare Rolle spielt.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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