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Expertenrat

Benötige ich eine Dampfbremse bei der Dämmung der obersten Geschossdecke?

Frage von Andreas K. am 04.11.2022 

Ich bin gerade etwas am Verzweifeln aufgrund der unterschiedlichsten Meinungen, die es zur Dampfbremse bei der Dämmung der obersten Geschossdecke gibt.

Vielleicht können Sie mir nur eine kurze Rückmeldung geben, damit ich keinen fatalen Fehler mache! Einfamilienhaus gebaut im Jahr 1990. Ein beheiztes Geschoss, darüber ein nicht ausgebauter Dachboden, wo man direkt auf die Dachziegel sehen kann. Die Deckenkonstruktion besteht laut dem vorliegenden Energieausweis aus Ziegelhohlkörper mit Aufbaubeton (20 cm) darüber 5 cm EPS und darüber 5 cm Zement- und Zementfließestrich.

Voriges Jahr haben wir im Zuge der Renovierung der Wohnräume die Holzzwischendecke mit Rigips ersetzt und dazwischen ca. 4-5 cm Dämmwolle reingestopft. Dampfbremse wurde keine verlegt, da diese laut dem Innenausbauer nicht notwendig ist.

Folgende Dämmung wurde bereits geliefert und wird nächstes Wochenende am Dachboden verlegt. 10 cm WPS-15 + 11 cm Dachbodenelement (swisspor) mit abschließender begehbarer Fermacellplatte (1cm).

Aufgrund der Informationen diverser Hersteller ist eine Dampfbremse unter der Dämmung nun umstritten. Da ich die Feuchtigkeitsmenge durch die bestehende Decke hindurch als sehr gering ansehe und die Dämmung durch die Kreuzverbundverlegung der beiden Schichten eher luftdicht sein sollte, habe ich den Stand eben keine zusätzliche Dampfbremse einzubringen.

Ich hoffe, dass ich damit keinen Fehler mache. Die einzige Gefahr ist, dass die Dämmung durchfeuchtet wird, jedoch kann die Bausubstanz (Decke) keinen Schaden nehmen. Soweit meine Einschätzung, aber leider bin ich dabei auch kein Experte! Eine kurze Rückmeldung würde mir wirklich sehr helfen. Ich freu mich von Ihnen zu hören!

Antwort von ENERGIE-FACHBERATER  

Durch die sehr gute Dämmung sollten Feuchteprobleme nach der Sanierung ausbleiben, auch wenn Sie keine Dampfbremse installieren. Es besteht allerdings die Gefahr, dass die vorhandene Mineralwolle Dämmung bereits durchfeuchtet ist. Denn ohne die Dachbodendämmung von oben kühlt die Betondecke stark aus. Das führt dazu, dass Feuchtigkeit aus dem Raum am Übergang von Mineralwolle zur Betondecke kondensiert.


Die angesprochene Luftdichtheit wäre, wenn erforderlich, raumseitig unter der Dämmung sicherzustellen. Auf diese Weise verhindern Sie, dass Feuchtigkeit durch die Konstruktion wandert und in dieser Kondensiert.
 
Da eine zuverlässige Einschätzung aus der Ferne nicht möglich ist, empfehlen wir Ihnen den Kontakt zu einem Energieberater aus Ihrer Region. Dieser prüft die geplante Konstruktion. Er berechnet den möglichen Tauwasseranfall und sorgt für Gewissheit. Zudem gibt der Experte wichtige Tipps zum Einbau der Dachbodendämmung.


Kommentare

Andreas K.

Vielen Dank für Ihre Antwort!!

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