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Expertenrat

Können wir die diffusionsoffene Dämmung mit ESB-Platten abschließen?

Frage von Christian S. am 17.04.2024 

Wir bauen ein Haus und haben einen Kaltboden, den wir für die Lagerung nutzen wollen. Auf dem Kaltboden sind bisher über der OG-Decke inklusive Dammwolle Rauspundbretter montiert. Können wir hier weitergehend diffusionsoffene ESB-Platten (nicht OSB) verlegen ohne Gefahr von Schimmel?

Hier würden wir an den Seiten bzw. zwischen den Platten zwecks Luftzirkulation Lücken lassen. Um zu verhindern, dass Dämmwollstaub durch die Luft gewirbelt wird, war ein zusätzlicher Gedanke, die weitergehend diffusionsoffenen ESB-Platten auch inklusive Öffnungen für die Luftzirkulation auf die Dämmwolle beim Giebel zu setzen, geht bis zum Dach. Sprechen hier Argumente dagegen?

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Eine wichtige Voraussetzung für eine bauschadensfrei bleibende Konstruktion der obersten Geschossdecke ist die Luftdichtheit der unter der Dämmung/Rauspund befindlichen Konstruktion.

Handelt es sich um eine Betondecke, kann von hoher Luftdichtheit ausgegangen werden. Damit würde eine Durchfeuchtung und eine eventuelle Schimmelbildung im Dämmstoffaufbau bzw. der Hölzer ausgeschlossen sein. Dies gilt auch, wenn sie zusätzlich diffusionsoffene Holzwerkstoffplatten auflegen.

Handelt es sich um eine Holzbalkendecke, so muss auch hier die Luftdichtheit durch bauliche Maßnahmen gewährleistet sein (was nicht immer vorausgesetzt werden kann).

Luftdicht wäre die Konstruktion, wenn eine Luftdichtungsbahn lückenlos und luftdicht an der Unterseite der Holzbalkendecke verlegt und verklebt wurde. Durchdringungen aller Art (Leerrohre, Kabelkanäle, Schornsteine etc.) dürfen keine Luftleckagen in der Luftdichtungsebene verursachen.

Die Luftdichtungsbahn kann auch aus einer feuchtevariablen Dampfbremse bestehen, die sauber luftdicht verlegt wurde (oberhalb der Konterlatten als Tragwerk für Gipskartonplatten). Ist dies der Fall, sollte auch bei einer Holzbalkendecke eine Durchfeuchtung oder Schimmelbildung ausgeschlossen sein.

Öffnungen in den Holzwerkstoffplatten oder Abstände zueinander sind dann nicht erforderlich. Eine wirksame Querlüftung mit Außenluft oberhalb der Holzwerkstoffplatten ist hilfreich. Um die Verwirbelung von Fasern der Dämmwolle (Mineralwolle?) zu unterdrücken, ist die Einhausung mit Holzwerkstoffplatten (ohne Öffnungen) im Kaltdach möglich, es würde aber auch eine diffusionsoffene Unterspanbahn tun, wie sie Dachdecker als Unterdach verlegen.

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