Wir sanieren ein Haus aus 1949 zu KfW 55 EE. Das Dachgeschoss wurde 1967 nachträglich zu Gauben ausgebaut. Die Wände bestehen aus Fachwerk-Holzständerwerk und die Fächer sind ausgemauert. Die Dachdecker haben das Ganze bereits mit Aufsparrendämmung (10 cm WLS 023) verkleidet. Innen hat der Generalunternehmer keinen besonderen Wandaufbau vorgenommen.
Teils sind im außen liegenden Bad Gipskartonplatten mit Gipsbatzen zum Ausgleichen der Wände. Unser Energieberater hat diese Aufbauten nie kritisiert oder kommentiert.
Teilweise wurde dies jetzt von extern massiv kritisiert, es sei zwingend eine durchgängige Klimamembran notwendig, um das Fachwerk zu schützen. Kann man das so bestätigen?
Ob hier eine Klimamembran an den Innenwänden nötig ist, hängt vom geplanten Aufbau der Wände ab. Um den KfW-55-Standard zu erreichen, werden Sie hier um eine Dämmung aller Voraussicht nach nicht herumkommen. Wählen Sie dabei kein kapillaraktives System, ist eine Dampfsperre bzw. eine Klimamembran in der Regel erforderlich. Andernfalls kann Feuchte durch Diffusion und Konvektion in den Wandaufbau eindringen und dort kondensieren. Das kann auch im Bad passieren, wo die Gipskartonplatten aktuell nicht lückenlos dicht auf der Außenwand sitzen. Im Hohlraum herrscht eine niedrigere Temperatur und eingetretene Feuchte kann kondensieren. Die Folge ist Schimmel, der sich erst spät bemerkbar macht.
Wir empfehlen, das gesamte Sanierungskonzept mit einem unabhängigen Energieberater zu besprechen. Der Experte sollte dabei auch die bestehende Situation genau in Augenschein nehmen, um potenzielle Schwachstellen rechtzeitig zu erkennen. Ansprechpartner aus Ihrer Region finden Sie dabei in unserer Energieberater-Datenbank.