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Expertenrat

Darf bei einer Fassadendämmung nach EnEV die Dämmstärke von 14 Zentimetern auch unterschritten werden?

Frage von Hermann R. am 22.09.2015 

Frage zu EnEV – Fassadendämmung: Baujahr 1961 - Mehrfamilienaus: Kann die Dämmstärke 14 cm unterschritten werden z.B. mit 12 cm? 

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Um die Forderungen der gültigen Energieeinsparverordnung im Falle einer Fassadendämmung zu erfüllen, muss man sich mit §9, Anlage 3 beschäftigen. In der Anlage heißt es: „...ist die Dämmschichtdicke im Rahmen dieser Maßnahmen aus technischen Gründen begrenzt, so gelten die Anforderungen als erfüllt, wenn die nach anerkannten Regeln der Technik höchstmögliche Dämmschichtdicke (bei einem Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit λ = 0,035 W/(m·K)) eingebaut wird.“

Gilt diese Ausnahme nicht, so ist nach der Dämmmaßnahme ein Wärmedurchgangskoeffizient von kleiner gleich 0,24 W/m²K zu erreichen. Eine cm-Vorgabe macht die EnEV nicht. Jedoch erfordert das Erreichen dieses Wertes mit handelsüblichen Dämmstoffen der Wärmeleitfähigkeitsgruppe 035 eine Dämmstoffstärke von mindestens 12 cm, wenn von einem Ist-U-Wert von etwa 1,4 W/m²K ausgegangen wird. (Das könnte für ein Gebäude von 1961 hinkommen). Lassen Sie daher den Wärmedämmwert der jetzigen Außenwand durch einen Ingenieur feststellen. Er wird Ihnen dann auch sagen, welche Dämmstoffstärke zur Erfüllung der Zielstellung und welches Material dafür erforderlich ist.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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