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Expertenrat

Was passiert, wenn wir den iSFP-Bonus beantragen und doch in einem Schritt sanieren?

Frage von Mirjam S. am 08.04.2022 

Wir möchten gerne unser Mehrfamilienhaus (3 Parteien) aus den 1950er-Jahren zum Effizienzhaus 70 Erneuerbare-Energien-Klasse sanieren. Hierzu habe ich gefunden, dass pro Wohneinheit eine Föderung von 40 % von max. 150.000 Euro förder­fähigen Kosten - bis zu 60.000 Euro - pro Wohneinheit möglich ist.

Zudem steht bei der KfW, dass eine Sanierung im Rahmen eines individuellen Sanierungs­fahrplans (iSFP) in mehreren Schritten und beim erreichen mit einem dieser Sanierungs­schritte eine Effizienz­haus-Stufe erreicht wird, der Tilgungs­zuschuss um 5 Prozentpunkte steigt. Hier ist von einem Extrazuschuss die Rede, was suggeriert, dass 45 Prozent Förderung möglich sind.

Was bedeuten diese einzelnen Schritte, wie viel Zeit muss dazwischen liegen? Was ist, wenn wir die Stufe direkt im ersten Schritt innerhalb von ein paar Wochen Sanierung erreichen? Und später dann noch zusätzliche Maßnahmen wie PV Anlage hinzufügen. Erhält man dann keine zusätzliche Förderung? Kann man überhaupt 45 Prozent Förderung insgesamt erreichen, oder ist die über Einzelmaßnahmen oder Komplettsanierung dann gar nicht möglich?

Wenn die zusätzliche Förderung nur für Einzelmaßnahmen gilt, wird man dann nicht bestraft dafür, dass man in einem Zuge direkt saniert?

Antwort von ENERGIE-FACHBERATER  

Sanieren Sie in mehreren Schritten, bekommen Sie erst einmal eine niedrigere Förderung, als insgesamt möglich wäre. Ein Beispiel: Bringen Sie Ihr Haus im ersten Schritt auf die Effizienzhaus-Stufe 100 erhalten Sie finanzielle Unterstützung "nur" in Höhe von 27,5 Prozent - würden Sie im ersten Schritt die Effizienzhaus-Stufe-70-EE erreichen, läge die Förderhöhe hingegen bei 40 Prozent.

Der iSFP-Bonus gleicht diesen Umstand etwas aus, indem Sie jeweils eine um 5 Prozent höhere Förderung bekommen. Im Beispiel wären das 32,5 Prozent im ersten und 45 Prozent im zweiten Sanierungsschritt.

Um den Bonus nutzen zu können, dürfen Sie die Sanierung nicht in einem Zuge durchführen. Wie viel Zeit zwischen den Schritten liegen muss, ist nicht definiert - wichtig ist aber, dass die Baustelle nicht unmittelbar weitergeführt wird.

Verstoßen Sie gegen diese Vorgabe, kommt es mindestens zur Rückabwicklung der Förderung.

Ob es bei einer Effizienzhaus-Sanierung finanziell günstig ist, den Bonus zu nutzen, hängt immer vom individuellen Fall ab. Ein Vorteil ist zum Beispiel die Möglichkeit, Kosten auf mehrere Anträge zu verteilen, wenn die Obergrenze der förderbaren Ausgaben zu knapp bemessen ist.

Um den für Sie besten Weg zu finden, empfehlen wir die individuelle Beratung durch einen Energieberater aus Ihrer Region. Dieser prüft mit realistischen Kosten, bei welcher Variante die Förderung am höchsten ausfällt. Unterstützung bekommen Sie außerdem über den Fördergeld-Service von unserem Portalpartner Wüstenrot.

Laden Sie sich unsere Anleitung zur Förderung herunter - da werden in einem interaktiven eBook alle Förderalternativen beschrieben und Schritt für Schritt der Weg zur maximalen Förderung aufgezeigt.

Angebote von Handwerkern aus Ihrer Region bekommen Sie kostenfrei und unverbindlich über unser Online-Angebotstool für die Sanierung.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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