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Expertenrat

Kann man die raumseitige Decke mit verputzten Heraklithplatten der Dachgeschosswohnung als Luftdichtheitsschicht bezeichen?

Frage von Helmut V. am 03.04.2016 

Kann man die raumseitige Decke mit verputzten Heraklithplatten der Dachgeschosswohnung bei einer energetischen Dachsanierung (Aufsparrendämmung) als Luftdichtheitsschicht bezeichnen, oder muss eine zusätzliche Luftdichtheitsschicht angebracht werden? 

Antwort von Andreas Skrypietz von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)  

Grundsätzlich fungiert der Putz in Häusern in Massivbauweise auf der Innenseite von Außenwänden als luftdichte Ebene. Dies gilt aber nur für gemauerte Wände. Eine Decke mit einer Heraklithplatte als Putzträger kann nicht als luftdichte fungieren, da die Heraklithplatte zu viel Luft durchlässt, dies kann der Putz alleine nicht mehr abdichten. Hinzukommt, dass die oberste Geschossdecke eines Gebäudes immer vergleichsweise hohen Beanspruchungen ausgesetzt ist durch die Bewegungen des Gebäudes. Hier kommt es in den Übergängen zu den anderen Bauteilen, den Wänden, immer zu Rissen. Ich vermute, dass es sich bei der beschriebenen Decke um eine Holzbalkendecke handelt – bei diesen Decken ist die beschriebene Konstruktion im Altbau häufig anzutreffen. Hier muss man auch noch bedenken, dass eine Holzbalkenlage stärker schwingt als eine Betondecke, auch dies ein Umstand, der gegen die Luftdichtung durch den Putz auf der Heraklithplatte spricht. Fazit: Die raumseitige Decke mit verputzten Heraklithplatten ist keine luftdichte Ebene!

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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