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Expertenrat

Wie dämme ich den Rollladenkasten im Altbau richtig, wenn ich neue Fenster einbauen möchte?

Frage von Werner M. am 13.01.2022 

Ich habe seit Jahren eine Frage zur Altbausanierung im Außenbereich. Vielleicht ist es möglich, durch Ihre jahrelange Erfahrung diese zu beantworten? Mein Problem sind die Rollladenkästen. Man hat bis Mitte der 90er noch eine Betonschürze verbaut und innen den Rollladenkasten mit Holz eingebaut. Aufgrund dieser Schürze kann man das neue Fenster nicht bis an die Außenkante des Mauerwerks anbringen, um die Außenisolierung optimal je nach dicke der Isolierung klimatisch anzubringen. Was sagt Ihre Erfahrung bei Altbauten:

1. Die Schürze abschneiden, um das Fenster an der Außenkante Mauerwerk anzubringen. Ist das optimal beim Neubau?

2. Die Schürze lassen und den Rollladen Kasten von innen isolieren, die Laibung in der Stärke der Schürze einschneiden, um bis zum Fenster klimatisch mit Dämmmaterial zu isolieren? Eventuell dann mit weniger Isolierstärke im Außenbereich dämmen.

Was würden Sie mir empfehlen? Es geht um ein Altbau-Mehrfamilienhaus aus dem Baujahr 1966 und ein Einfamilienhaus aus dem Jahr 1982. Bei Letzterem kann ich selber sagen, dass ich die Schürze ohne die Statik zu verändern, abbauen kann, da ich dieses Haus auch selbst gebaut habe?

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Eine Möglichkeit besteht darin, sich ganz vom Rollladen zu trennen und das Fenster mauerwerksbündig mit der Außenseite der Außenwand unter dem Sturz zu positionieren. Bei einer ebenfalls vorgenommenen Wärmedämmung, z. B. mit Wärmedämmverbundsystem ist dies wohl die wirtschaftlichste und wärmetechnisch beste Variante, wenn der Sturz aus statischen Gründen nicht entfernt werden kann. Die wärmetechnische temporäre Verbesserung der Fensterparameter moderner, dreifach verglaster Fenster ist bei heruntergelassenen Rollläden ohnehin nur noch geringfügig. Die wirksame Fensterfläche (Lichteinfall) wird auch bedingt durch die starken Rahmen-Profile energiesparender Fenster allerdings etwas kleiner. Durch den Versatz der Fenster nach außen fällt der "Schießscharteneffekt" aber nicht so ins Gewicht.

Bei einem Neubau ist die optimale Montage der Fenster abhängig vom Wandaufbau. Handelt es sich um einen monolithischen Wandaufbau, ist die Montage etwa mittig der Wandstärke sinnvoll. Bei einer Wand mit Wärmedämmverbundsystem ist die Montage der Fenster am besten mauwerksbündig oder bei starker Wärmedämmung sogar etwas nach außen versetzt sinnvoll. Bei letzteren Systemen wird der Dämmstoff bis auf den Rahmen der Fenster montiert.

Wird ein Rollladen in der bisherigen Art und Weise gewünscht, ließe sich auch eine Modernisierung durch neue, eng wickelnde Rollladenpanzer vornehmen, die mehr Dämmung von innen zulassen. Dazu kann auch der Drehpunkt der Welle mittels geeigneter Vorrichtung versetzt werden. Sinnvoll ist außerdem die Montage von luftdichtenden Gurtauslässen und Panzerschlitzen.

Wird im Zuge der Fenstererneuerung von außen gedämmt, wird auch die Montage neuer Rollladenkästen möglich, die von außen im Dämmstoff über dem Fenster integriert (wärmegedämmter Rollladenkasten) oder nachträglich aufgesetzt (ungedämmter Rollladenkasten) werden. Dies ist bereits bei der Planung neuer Fenster und dem WDVS zu berücksichtigen. Der Sturz bleibt in den erwähnten Fällen, wo er ist, wenn er nicht entfernt werden kann. Ein von außen aufgesetzter Rollladen mit Elektroantrieb ist bei WDVS die wärmetechnisch beste Lösung.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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