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Expertenrat

Warum entsteht Schimmel an der Ecke zum Dachgeschoss und was kann ich provisorisch dagegen unternehmen?

Frage von Detlef R. am 22.12.2021 

In meinem Elternhaus, Bj. 1958, hat sich an der Decke vom OG zum DG an der Innenecke Schimmel gebildet. Das OG wurde vor 4 Jahren renoviert mit neuen Fenstern. Die Hausaußenseiten sind verklinkert, aber ohne Dämmung zwischen Klinker und Hauswand. Der Dachboden diente als Jugendzimmer und war von außen nach innen wie folgt aufgebaut: Dachpfannen, Plastikbahn, Styroporplatten in 6 cm Stärke, Rigipsplatte, Glaswollplatten in ca. 3-4 cm Stärke, Holzvertäfelung. Ich habe Holzvertäfelung, Glaswolle, Rigips und Styroporplatten entfernt. Als Fußboden waren Teppichfliesen ausgelegt. Der Dachboden ist nun gänzlich ungedämmt. Ich vermute eine Kälte bzw. Wärmebrücke zwischen OG und Dachboden, da die Räume im OG durch die Mieterin stark beheizt sind, ca. 22-23°C. Im nächsten Jahr möchte ich den Dachboden ausbauen mit neuem Dachstuhl, Gauben und Zwischensparrendämmung.

Nun meine Frage: Ist es sinnvoll, bis dahin den Fußboden von der Dachbodenseite provisorisch mit Styrodurplatten auszulegen? Kann ich diese Platten auf den Betonestrich direkt auflegen oder kommt zunächst eine Dampfbremse auf den Boden? Für eine Antwort bin ich Ihnen sehr dankbar.

Antwort von ENERGIE-FACHBERATER  

An der Ecke zum unbeheizten Dachboden geht sehr viel Wärme verloren, weshalb die Oberflächentemperatur der Wand dort niedriger ist als an umliegenden Stellen. Experten sprechen dabei von einer geometrischen Wärmebrücke. An den kalten Flächen kondensiert Feuchtigkeit aus dem Raum und es kann sich Schimmel bilden. Die Dämmung von oben ist eine Möglichkeit, den Wärmeverlust zu minimieren. Inwieweit das zum Anheben der Oberflächentemperatur in der Raumecke des Obergeschosses beiträgt, lässt sich aus der Ferne leider nicht beurteilen.

Die Dämmung können Sie ohne Weiteres auf der Betondecke verlegen. Günstig sind beispielsweise Mineralwollematten, die Sie beim Dachausbau dann als Zwischensparrendämmung verwenden können. Soll der Raum bis dahin weiter begehbar bleiben, können Sie Balken auf der Geschossdecke auslegen. Die Zwischenräume füllen Sie mit Dämmmatten auf, bevor Sie Bohlen auf der Oberseite befestigen. Wichtig: Damit eventuell eingetretene Feuchtigkeit nach oben entweichen kann, sollten die Bohlen mit einem Abstand von ein bis zwei Zentimetern zueinander auf den Balken liegen. Alternativ kommen aber auch Styrodurplatten infrage. 

Helfen könnte es auch, aktiv zu lüften oder ein dezentrales Lüftungsgerät in der Obergeschoss-Wohnung einzubauen. Auf diese Weise reduzieren Sie den Feuchtegehalt in der Luft und beugen Schimmel ebenfalls vor. Ob diese Lösung bis zur Sanierung im kommenden Jahr ausreicht, kann ein Experte aus Ihrer Region beurteilen.

Sind Sie unsicher oder benötigen Sie detaillierte Angaben zur Ausführung der Konstruktion, empfehlen wir Ihnen den Kontakt zu einem Energieberater aus Ihrer Region.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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