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Expertenrat

Bekommen wir Probleme mit Feuchtigkeit und Schimmel, wenn unsere Holzhäuser im Winter unbeheizt und leer bleiben?

Frage von Oliver  S. am 05.10.2020 

Ich möchte ein Natursommerlager mit einer Reihe von kleinen Hütten (Holzständerwerk) bauen, die mit Holzfaserdämmung gedämmt werden.
Geplanter Aufbau von innen:

- Holzfaserdämmplatten mit dünnem Putz
- Dampfbremse mit niedrigem Diffusionswert
- Steico-flexible Holzfaserdämmung 38, 18 cm (vor allem wegen der Wärmedämmung so dick)
- Dampfbremse mit hohem Diffusionswert
- hinterlüftete Fichtenholzverkleidung

Die Hütten werden nur von Mai bis Ende September genutzt, die Dampfbremsen werden sauber luftdicht verarbeitet, das Dach ist völlig dicht, Dämmung bleibt trocken, saubere Verarbeitung und Montage wird vorausgesetzt. Bei großer Kälte im Mai oder September würden wir mit kleinem 500 W Radiator zuheizen. Meine Frage ist, ob es ein Schimmelproblem geben kann, wenn die Hütten im Winter nicht genutzt werden. Es ist im Herbst recht feucht (Fluss ca. 300 Meter entfernt in einem Tal), im Winter ist es sehr kalt mit viel Schnee.

Antwort von Andreas Skrypietz von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)  

Sie wollen, dass sich Ihre Gäste in dem Natursommerlager wohlfühlen. Daher betreiben Sie auch einen nicht unerheblichen Aufwand für die Hütten, die „nur“ während der Haupturlaubszeit genutzt werden sollen. Zudem sehen Sie die Möglichkeit einer Wärmezufuhr vor, falls es mal zu kalt werden sollte.

Warum nutzen Sie diese kleine Heizung nicht auch dafür, in den Wintermonaten für eine Beheizung zu sorgen, die die Bildung von Schimmelpilzen verhindert? Denn wenn Sie die Hütten im Winter ohne Beheizung in einer recht feuchten Umgebung mit der Wahrscheinlichkeit von tiefen bis sehr tiefen Temperaturen ohne Heizung stehen lassen, bekommen Sie mit einer hohen Wahrscheinlichkeit Schimmelpilzbefall.

Denn Schimmelpilze benötigen rund 75 - 80 % relative Luftfeuchtigkeit, um sich auf irgendeiner Oberfläche niederzulassen und zu wachsen. Diese Konzentration werden Sie bei den von Ihnen beschriebenen Randbedingungen bereits an kalten Herbst- oder Frühlingstagen erreichen.

Warum also die vorhandene Beheizungsmöglichkeit nicht dazu nutzen, die Hütten außerhalb der Saison bei ca. 12 °C zu temperieren? Eine Alternative hierzu wäre es, in dieser Zeit für eine permanente Durchlüftung der Hütten zu sorgen. Dies könnte aber bei der beschriebenen Örtlichkeit zu einer nicht unerheblichen Durchfeuchtung führen, die dann im nächsten Frühjahr wieder mittels Heizung beseitigt werden müsste, damit sich die Gäste wieder wohlfühlen können.

Ich empfehle die Variante mit der niedrigen Temperierung während des Winters.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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