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Expertenrat

Gelten die Anforderungen der neuen BImSchV auch dann, wenn wir im Bestand einen neuen Schornstein errichten?

Frage von Stefan K. am 06.02.2022 

Seit dem 01.01.2021 gilt die neue BImSchV, nach der Schornsteine grundsätzlich "firstnah" zu errichten sind. Gleichzeitig sieht die BImSchV aber auch Ausnahmen vor: Wenn eine alte Gas- oder Ölheizung durch eine Biomasseheizung ersetzt wird, gilt nach wie vor die alte Regelung.

Meine Frage: Gilt diese Ausnahme auch für komplett neu zu errichtende Schornsteine? Wir beabsichtigen, eine bestehende Flüssiggasheizung (ohne Schornstein, nur Abgasrohr) durch eine Holzpelletheizung zu ersetzen. Der Schornstein müsste dort errichtet werden, wo sich aktuell nur das Abgasrohr der Gastherme befindet ("firstfern"). Ein Schornstein in Firstnähe ist bei uns baulich ausgeschlossen.

Antwort von ENERGIE-FACHBERATER  

In der 1. BImSchV heißt es dazu: "Bei der Errichtung von Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe in einem Gebäude, das vor dem 1. Januar 2022 errichtet wurde oder für das vor dem 1. Januar 2022 eine Baugenehmigung erteilt worden ist, ist Absatz 2 anzuwenden, wenn die Anforderungen der Sätze 1 bis 6 im Einzelfall unverhältnismäßig sind." Absatz 2 bezieht sich in diesem Fall auf die "alten" Anforderungen. Das heißt: Ist ein Schornstein gemäß neuer 1. BImSchV in Ihrem Fall baulich nicht möglich, können Sie sich weiter an die vorher gültigen Bestimmungen halten. Diese sehen vor, dass Schornsteine bei einer Dachneigung:


  • bis einschließlich 20 Grad den First um mindestens 40 Zentimeter überragen oder von der Dachfläche mindestens 1 Meter entfernt sein müssen.
  • von mehr als 20 Grad den First um mindestens 40 Zentimeter überragen oder einen horizontalen Abstand von der Dachfläche von mindestens 2 Meter und 30 Zentimeter haben müssen.

Wir empfehlen Ihnen, das Vorhaben rechtzeitig mit dem zuständigen Schornsteinfeger abzustimmen, da dieser die Anlage letztlich auch abnehmen muss.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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