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Expertenrat

Ist eine Dachbodendämmung zusätzlich zur Dachdämmung sinnvoll?

Frage von Joachim H. am 26.10.2014 

Zusätzliche Dämmung der Decke gegen den Speicher sinnvoll? Wir wohnen in einem 1954 erbauten und 2010 nach ENEV 2009 sanierten 11-Parteienhaus in der obersten Wohnung. Bei der Sanierung 2010 hatte man neben dem üblichen WDVS an der Fassade und neuen Fenstern das Dach mit einer Zwischensparrendämmung versehen. Damit ist der ungeheizte Speicher gedämmt. Eine Dämmung der Decke unserer Wohnung gegen den Speicher wurde nicht vorgenommen. Trotz der Dachdämmung ist die Decke in unserer Wohnung im Winter merklich kühl und man hat das unbehagliche Gefühl einer "Kältestrahlung von der Decke" insbesondere im 30qm großen Wohnzimmer. Die Grundfläche unserer Wohnung entspricht ungefähr zwei Dritteln der Gesamtfläche des Speichers und der Speicher hat, aufgrund der Dachneigung und der Höhe am First von ca. 5 m, ein erhebliches Luftvolumen. Bei der Heizkostenabrechnung zeigt sich auch, dass wir bei 16% der Wohnfläche (von der wir einen Teil kaum beheizen) 32% der verbrauchsabhängigen Heizkosten zu tragen haben, obwohl unter der Woche kaum, bzw. nur abends geheizt wird. Unsere Heizkosten betrugen in 2013 für die 160qm Wohnung EUR 1150. Der Speicher darüber wird zur Hälfte zur Wäschetrocknung und ansonsten als Aufbewahrungsspeicher mit Verschlägen für alle Bewohner genutzt und muss also begehbar bleiben. Frage: Macht es Sinn die Decke zum Speicher zu dämmen?

Antwort von Andreas Skrypietz von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)  

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) sieht im Falle einer Dachdämmung entweder die in Ihrem Fall gewählte Variante oder die Dämmung der obersten Geschossdecke vor. Die Dämmung der obersten Geschossdecke bietet den Vorteil, dass der kalte Speicher nicht mitgeheizt wird. Ob dies bei dem von Ihnen beschriebenen Haus ein umsetzbare Variante gewesen wäre, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wie ist der Zugang zum Speicher? Wie aufwendig muss ein Treppenaufgang gedämmt werden? Musste beim Dach die Dacheindeckung erneuert werden und die Zwischensparrendämmung war dadurch die kostengünstigere Variante? Diese Fragen kann Ihnen nur der Hauseigentümer beantworten. Ob die von Ihnen aufgeführten Heizkosten zu hoch sind, sollten Sie von einem unabhängigen Fachmann / Berater klären lassen. Die Verbraucherberatung aber auch der Mieterbund können Ihnen da sicherlich weiterhelfen.

Da der Hauseigentümer mit der Dämmung des Daches die Anforderungen der EnEV 2009 erfüllt hat, wird es nicht einfach werden, ihn davon zu überzeugen, jetzt noch zusätzlich die oberste Geschossdecke zu dämmen. Dies wird wahrscheinlich nur gelingen, wenn Sie mit Hilfe der Verbraucherberatung und des Mietervereins nachweisen können, dass mit der Art und Weise der gewählten Dämmvariante für Sie keine Verbesserungen einhergingen. Dieser Aspekt wird dann besonders wichtig, wenn mit der Dämmung des Gebäudes eine Mieterhöhung verbunden ist.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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