Heizen, kühlen und entfeuchten – alles mit einem System
Luft-Luft-Wärmepumpen übernehmen sowohl das Heizen im Winter als auch das Kühlen im Sommer. So ermöglicht das System mit nur einer Investition angenehme Raumtemperaturen in jeder Jahreszeit. Und es bietet einen weiteren Vorteil: Luft-Luft-Wärmepumpen können bei Bedarf die Raumluft entfeuchten und so den Komfort an schwül-heißen Sommertagen verbessern.
Praxisbeispiel: Sanierung einer Doppelhaushälfte
Ein reales Sanierungsprojekt zeigt, wie groß das Einsparpotenzial einer Luft-Luft-Wärmepumpe sein kann: Im vergangenen Jahr wurde in einer Doppelhaushälfte mit 158 m² Wohnfläche die Ölheizung durch zwei Multisplit-Systeme ersetzt. Ergänzt wurde die Anlage um einen neuen Speicher mit elektrischem Heizstab. Einen Teil des Strombedarfs deckt die vorhandene Photovoltaik-Anlage.
Mit zwei Außeneinheiten und sechs Innengeräten werden sechs Räume beheizt und gekühlt. Der höchste Kühlbedarf besteht im Dachgeschoss. Hier befindet sich das ganztägig genutzte Homeoffice, dementsprechend läuft dieses Innengerät viele Stunden am Tag. Die übrigen Räume werden nach Bedarf gekühlt, im Schlafzimmer auf Raumtemperaturen zwischen 21 und 25 °C, in allen anderen Räumen auf Werte zwischen 25 und 27 °C.
Kosten für Investition, Heiz- und Kühlbetrieb
Die Investitionskosten für die beiden Multisplit-Systeme einschließlich Elektroarbeiten und Energieberatung sowie Ausbau und Entsorgung der Ölheizung samt Tanks betrugen rund 27.000 Euro. Die Maßnahme wurde im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit 30 Prozent bezuschusst (KfW-Heizungsförderung). Dazu kamen ca. 8.000 Euro für den Trinkwarmwasserspeicher abzüglich einer Abschreibung von rund 600 Euro (Steuerbonus). Insgesamt beliefen sich die Investitionskosten auf rund 26.000 Euro brutto.
Heizkosten: Bis zur Sanierung lagen die Energiekosten für das Heizen bei rund 2.120 Euro jährlich. Nach dem ersten vollständigen Betriebsjahr der neuen Anlage errechneten die Bewohner Heizkosten in Höhe von 1.220 Euro. Damit verringerten sich die Heizkosten um mehr als 40 Prozent.
Stromkosten für Klimatisierung: Vom Strombedarf für die Kühlung, der bei rund 350 kWh lag, deckte die Photovoltaik-Anlage etwa 40 Prozent, sodass die Kühlung im gesamten Jahr nur 63 Euro an Stromkosten verursachte. Bei Außentemperaturen bis ca. 30 °C kommt die Anlage mit 6 bis 8 kWh am Tag aus. Das entspricht bei einem Strompreis von 30 Cent je kWh ungefähr dem Preis für eine Kugel Eis. An extrem heißen Tagen mit Tageshöchsttemperaturen über 38 °C stiegen die Stromkosten auf den Gegenwert von 2 bis 3 Kugeln Eis.
--> Fazit: Durch die Kombination aus kostengünstiger Kühlung und großem Einsparpotenzial bei den Heizkosten sind Luft-Luft-Wärmepumpen eine interessante Alternative zu anderen Heizsystemen. Angesichts längerer und intensiverer Hitzewellen wird der thermische Komfort – im Sommer ebenso wie im Winter – künftig zu einem Qualitätsmerkmal moderner Wohngebäude.
Praxisbeispiel im Überblick
Doppelhaushälfte, Wohnfläche: 158 m²
Investitionskosten (gerundete Werte)
Heizungstausch, förderfähiger Anteil gemäß Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)
Warmwasserbereitung
elektrisch, Strombedarf wird teilweise mit Photovoltaik gedeckt
Heizkosten (jährlich, gemessener Energieverbrauch und reale Energiekosten)
Vor der Sanierung
Nach der Sanierung (Verbrauch Juli 2025 bis Juni 2026)
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