26.08.2026
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Lüftungsanlage: So wechselst du den Filter richtig

Mythos von der Lüftung als Keimschleuder

Noch immer hält sich hartnäckig das Vorurteil, dass Lüftungsanlagen dem Raumklima schaden. Doch der Mythos, sie würden Keime und Schadstoffe in den Räumen aufwirbeln, ist falsch! Vielmehr tauscht die Anlage feuchte, verbrauchte Luft gegen frische aus und senkt dadurch wirkungsvoll das Schimmelrisiko im Haus. Damit die Anlage richtig funktioniert, müssen die Filter regelmäßig gereinigt werden. Das kannst du selbst erledigen oder einen Fachbetrieb beauftragen. Unterschieden werden drei Arten von Lüftungsanlagen: reine Abluftsysteme sowie Lüftungsanlagen mit Zu- und Abluftfunktion – entweder als dezentrales und zentrales System. Bei allen Geräten ist der Filterwechsel grundsätzlich ähnlich. Fünf Tipps, du hier vorgehen kannst.

Lüftung Öffnung innen
Unauffällige Helfer an der Wand oder in der Decke: Lüftungsanlagen sorgen für ein gesundes Raumklima. Die Filter der Anlage können Eigentümer selbst wechselnFoto: Zukunft Altbau / Daniel Döbler
Filterwechsel Lüftungsanlage
Je nach Gerät sollte der Filter im Lüftungsgerät circa alle sechs Monate gereinigt und spätestens nach einem Jahr ausgetauscht werdenFoto: Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie e.V., Köln
Filtersets Lüftungsanlage
Die Filtersets hinter den Luftaus- und -einlässen sollten spätestens jährlich ausgetauscht werdenFoto: Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie e.V., Köln

Lüftungsanlagen haben viele Vorteile: Sie geben alte, verbrauchte Luft, Ausdünstungen der Wohnungseinrichtung und Feuchtigkeit kontinuierlich nach außen ab. Zudem sorgen sie dafür, dass mit der Frischluft deutlich weniger Ruß- und Staubpartikel von außen in die Räume gelangen als beim Fensteröffnen. Auch Pollen können zum Teil herausgefiltert werden. Zusätzlich senken die Anlagen das Schimmelrisiko und sparen Heizenergie ein. Auch ungebetene Gäste wie Stechmücken oder andere Insekten sowie Straßenlärm bleiben draußen.

Warum eine Lüftungsanlage im sanierten Altbau sinnvoll ist
Lüftungsanlagen bieten sich vor allem in Gebäuden mit neuen, dichteren Fenstern oder dichtem Dach an. In diesen Fällen ist bei der Sanierung auch ein Lüftungskonzept erforderlich. Der Grund: Moderne Fenster reduzieren Wärmeverluste deutlich. Gleichzeitig geht die warme Raumluft aber nicht wie bei alten Fenstern unkontrolliert verloren. Die unbeabsichtigte Dauerlüftung durch verzogene Rahmen oder mangelhafte, alte Dichtungen entfällt. In Häusern mit neuen Fenstern muss daher ein Lüftungskonzept erstellt werden, um sicherzustellen, dass die feuchte Luft weiterhin aus den Räumen gelangen kann. Teilweise können hierfür Luftdurchlässe in Fenstern oder den Außenwänden nötig sein. Oder aber eine Lüftungsanlage sorgt für den nötigen Luftaustausch.

Lüftungsanlagen: Diese verschiedenen Systeme gibt es
Reine Abluftsysteme in Bad oder Küche saugen mithilfe eines Ventilators verbrauchte Luft an und leiten diese nach draußen ab. Die Zuluft strömt aus den anderen Zimmern kontrolliert nach – beispielsweise über Lüftungsschlitze an den Fenstern. Solche einfachen Anlagen senken das Schimmelrisiko enorm. Die Zuluft filtern sie jedoch nicht, zudem wird die Wärme der Abluft nicht genutzt.

Das ist bei Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung anders. Sie erwärmen die frische Außenluft durch die abgeführte warme Raumluft. Bis zu 90 Prozent der Raumwärme bleiben so im Haus. Das spart erheblich Heizkosten. Im Sommer dreht sich der Effekt um. Dann kühlt die Anlage die warme Außenluft ein wenig vor. Zu- und Abluftanlagen gibt es als dezentrale oder zentrale Systeme.

Für alle Anlagen gilt: Sind sie bedarfsgerecht geregelt, erfolgt der Luftaustausch intelligent. Je nach Luftqualität tauscht die Anlage mal mehr und mal weniger Luft aus. Dies ist energetisch die beste Option, da die Anlage nur so viel wie nötig arbeitet – sowohl im Sommer als auch im Winter.

Irrglaube unhygienische Filter
Lüftungsanlagen sind wartungsarm. Nur alle paar Jahre ist eine Fachperson zum Routinecheck und alle fünf bis zehn Jahre eine professionelle Reinigung des Rohrsystems erforderlich. Die Sorge, schmutzige Filter verstopften die Lüftungsanlage, sodass keine frische Luft mehr ins Haus gelangen kann, ist unbegründet. --> Die 5 besten Pflegetipps für die Lüftungsanlage

Voraussetzung ist allerdings, dass die Filter regelmäßig gereinigt und ausgetauscht werden. Eigentümer:innen können das auch selbst übernehmen. Wie oft die Filter gewechselt werden sollten, hängt vom jeweiligen Produkt ab. Faustregel ist das Reinigen nach sechs Monaten und ein Austausch der Filter nach einem Jahr.Für Allergiker:innen können auch Pollen- und Feinstaubfilter eingebaut werden.

In fünf Schritten den Filter der eigenen Lüftungsanlage wechseln

  • Schritt 1: Das Lüftungsgerät abstellen.
  • Schritt 2: Das Gerät öffnen: Bei zentralen Anlagen gibt es eine Wartungsklappe am Lüftungsgerät, bei dezentralen Anlagen öffnet man die Innenblende des jeweiligen Wandgeräts.
  • Schritt 3: Den alten Filter herausziehen und absaugen oder ihn im Hausmüll entsorgen. Bei kleinen Abluftventilatoren im Bad gibt es nicht immer einen Filter, hier wird gegebenenfalls nur das Gitter abgesaugt.
  • Schritt 4: Den gereinigten oder neuen Filter einsetzen.
  • Schritt 5: Die Klappe schließen und die Anlage wieder starten.

Wer sich unsicher ist, kann in der Gebrauchsanweisung der Anlage nachlesen oder einen Fachbetrieb fragen.

Fazit: Werden diese Maßnahmen berücksichtigt, sind Lüftungsanlagen hygienisch einwandfrei und verlässliche Frischluftlieferanten. Wer eine Lüftungsanlage in seinem Haus hat, reduziert das Schimmelrisiko, kann mit der genutzten Abwärme Heizenergie sparen und im Sommer sogar passiv kühlen.

--> Gut zu wissen für zentrale Lüftungsanlagen: Auch Abluftventile, also die Absaugöffnungen im Raum, sollte man mit einem Filter versehen, falls sie nicht bereits einen haben. Dafür eignen sich beispielsweise Filter in Kegelform. Da sich in den Innenräumen Staub in der Luft befindet, saugt der Abluftstrang diesen kontinuierlich an. Ohne Filter wird die Abluftleitung mit Staub belastet, was dazu führen kann, dass sich am Wärmetauscher des zentralen Lüftungsgeräts immer mehr davon ablagert. Dieser muss dann aufwändig gereinigt werden. Daher ist es wesentlich einfacher, die Abluftfilter in Bad und Küche gleichzeitig mit den anderen Filtern zu reinigen, um das Rohrsystem sauber zu halten.

Was kostet eine Lüftungsanlage? Hier kostenfrei und unverbindlich Vergleichsangebote einholen.

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Quelle: Zukunft Altbau / energie-fachberater.de
 
 

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