Expertenrat

Lohnt sich eine Kellerdeckendämmung im Mehrfamilienhaus?

Unser Experte Die Redaktion von Energie-Fachberater.de antwortet

Frage von Jürgen K. am 26.07.2019 

Ich wohne in einer Wohnungseigentümergemeinschaft mit 11 Wohnungen in 3 Häusern. Davon sind zwei dreigeschossig und eines ist zweigeschossig. Das Baujahr ist 1982 und der Zustand ist sehr gut. Im Keller habe ich im letzten Jahr 15 Grad plus bei Außentemperaturen von minus 12 Grad gemessen. Die Eigentümergemeinschaft möchte jetzt auch auf den Zug der Wärmedämmung aufspringen und die Kellerdecken dämmen lassen. Die Kosten betragen ca. 20.000 €.

Wie kommt der Experte eigentlich darauf, dass 10 % der Energiekosten gespart werden können? Einen Vorteil haben, wenn überhaupt, doch nur die Wohnungen im Erdgeschoss. Bei den Wohnungen im 1. OG und im Dachgeschoss kann sich die Dämmung doch gar nicht auf die Heizkosten auswirken?

In Keller herrschen 15 Grad plus! Was soll da gedämmt werden? Jetzt wird geschrieben, dass die Wärme vom Erdgeschoss IN DEN KELLER dringt. Das soll durch die Dämmung verhindert werden. Wie kann die Wärme von oben nach unten kommen, wenn im Estrich eine Styroporplatte über die gesamte Wohnfläche enthalten ist?

Wie wird die Energieeinsparung für alle 11 Wohnungen berechnet? Für mich ist die Kellerdeckendämmung in UNSERER Wohnanlage nach meinen bisherigen Kenntnissen 'rausgeschmissenes Geld'. Vorteile (eventuell) haben doch nur der Erdgeschosswohnungen durch subjektives Komfortempfinden.

Antwort von Die Redaktion von Energie-Fachberater.de 

Grundsätzlich ist die Dämmung der Kellerdecke eine vergleichsweise günstige und lohnenswerte Maßnahme. Denn sie reduziert die Wärmeverluste, die über den Boden der Wohnungen im Erdgeschoss an die eigentlich kalten Keller stattfinden. Bezogen auf den Energieverbrauch des gesamten Gebäudes sorgt die Kellerdeckendämmung dabei im Durchschnitt für Einsparungen von 5 bis 10 Prozent. Wie hoch diese in Ihrem Fall sind, lässt sich ohne Kenntnisse des Gebäudes aus der Ferne nicht einschätzen.

Tatsächlich ist es so, dass die Vorteile der Maßnahmen erst einmal im Erdgeschoss zu spüren sind. Denn hier erreichen die Böden eine höhere Oberflächentemperatur und die Heizkosten sinken. Die Verbrauchswerte in den darüber liegenden Wohnungen werden sich hingegen weniger verändern. Bei einer gemeinsam genutzten Zentralheizung schreibt die Heizkostenverordnung jedoch vor, dass die Gesamtkosten mit einem verbrauchs- und einem flächenabhängigen Teil zu ermitteln sind. Durch die Kellerdeckendämmung sinkt Letzterer im gesamten Gebäude. Das heißt, auch Sie profitieren finanziell von den Einsparungen. Außerdem erreicht das gesamte Gebäude einen besseren energetischen Stand bzw. eine bessere Energieeffizienzklasse im Energieausweis. Das wirkt sich wertsteigernd auf die Immobilie aus. 


Neben der Kellerdeckendämmung lohnt es sich außerdem, die wärmeführenden Heizungsrohre im Keller zu isolieren. Zumindest dann, wenn es sich um eine Zentralheizung für alle Wohnungen im Haus handelt. Die Maßnahme reduziert die Wärmeverluste der Verteilung und wirkt sich somit direkt auf die Heizkosten aller Parteien aus.

Da wir Ihr Gebäude nicht kennen, ist eine Einschätzung über die möglichen Einsparungen aus der Ferne leider nicht möglich. Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen die Beratung durch einen Fachexperten der Verbraucherzentrale.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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