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Expertenrat

Reicht die Dämmung unter der Decke für eine Fußbodenheizung zum Einfräsen?

Frage von Tobias N. am 17.01.2018 

Sie schreiben, dass bei einer eingefrästen Fußbodenheizung eine Dämmung der Estrichplatte nach unten vorhanden sein muss. In meinem Fall liegt der Estrich nur getrennt durch eine Plastikfolie auf der Stahlbetondecke auf. Die darunterliegende Kellerdecke ist von unten nachträglich gedämmt. Reicht diese Isolierung für eine Fußbodenheizung nach dem genannten System aus? Oder anders gefragt: Ist das nachträgliche Einfräsen einer Fußbodenheizung in diesem Fall energetisch sinnvoll?

Ich stelle mir das so vor, dass sich nicht nur der Estrich, sondern auch die Stahlbetondecke aufheizt. Wegen der Kellerdeckendämmung würde die Stahlbetondecke die Wärme jedoch nicht nach unten verlieren, sondern speichern und in den Raum abgeben, ähnlich wie bei einem Kachelofen.
 

Antwort von Axel Grimm, Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen 

Bei Ihrer Anfrage gibt es mehrere Aspekte: Die Dämmung unter der Kellerdecke muss von der Dämmschichtdicke und der qualifizierten Montage her den Anforderungen der EnEV entsprechen. Irgendeine Dämmung ist nicht ausreichend.


Das Einfräsen in den bestehenden Estrich ist nicht unumstritten, schließlich wird der bestehende Estrich hier massiv verändert und zu einem Heizestrich umgewandelt. Dehnungsfugen sind z. B. zwingend vorzusehen. Lassen Sie sich bitte von einem Fachbetrieb beraten, der bereits umfangreiche Erfahrungen mitbringt. Alternativ gibt es Modernisierungssysteme mit geringer Aufbauhöhe, die problemlos auf den bestehenden Estrich aufgebracht werden können. Qualifizierte Anbieter finden Sie z. B. unter www.flaechenheizungsfinder.de.

Und wie Sie richtig beschrieben haben, der Estrich wird dann erwärmt und die Wärme wird - wenn die Kellerdecke fachgerecht gedämmt ist - in den Wohnraum abgegeben. Von Vorteil ist die Speicherwirkung, wenn Sie z. B. eine Wärmepumpe betreiben und mit selbst erzeugtem Strom bei Sonnenschein den Speicher aufladen können. Dann haben Sie es auch in der Nacht oder in den darauffolgenden Tagen ohne Sonnenschein immer noch warm. Ein Nachteil ist dann aber die Trägheit des Systems, denn Sie können nicht kurzfristig die Temperaturen erhöhen oder absenken. Aber das kann man durch eine vorausschauende Regelung der gewünschten Temperaturen gut steuern.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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