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Expertenrat

Wir haben unseren Keller zu Wohnraum umgebaut und gedämmt, jetzt riecht er feucht und muffig. Hilft eine neue Außenisolierung?

Frage von Bettina H. am 21.10.2018 

Wir haben vor 18 Jahren unseren Keller zu Wohnraum umgebaut. Mit Teppichboden ausgelegt. Es wurde eine Außentreppe und eine Haustür, sowie Fenster eingebaut. Die Kellerwände wurden von außen mit Styropor, einem Netz und einem Isolieranstrich gedämmt. Jetzt riecht der Keller feucht und muffig. Nun war eine Firma hier und will die Aussenisolierung erneuern. Alles mit GumGum einstreichen, mit Spezialkleber Wärmedämmplatten anbringen. Ein Nachbar sagte nun, da wird ja das gleiche nur in neu gemacht und das physikalische Problem: woher kommt das Wasser und warum läuft es nicht vernünftig ab, nicht behoben. Die Drainage des Hauses wurde für das Haus ohne den neuen Eingang usw berechnet. Es handelt sich um einen Betonkeller.  

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Bevor Sie sich an eine Erneuerung der Außendämmung machen, sollten Sie eine genaue Ursachenanalyse von einem neutralen Ingenieurbüro durchführen lassen. Aus meiner Sicht kommt die vorhandene Wärmedämmung aus Styropor als Ursache für eine Feuchtebelastung nicht in Frage. Eine Wärmdämmung von außen hat, wenn man von möglichen mechanischen Beschädigungen während des Einbaus absieht, keinen Einfluss auf die Funktion einer vertikalen Sperrschicht. Sie hat auch keinen Einfluss auf die Höhe Luftfeuchtigkeit im Inneren – dafür ist allein die Lüftungsintensität von Bedeutung, wenn man von funktionierenden Sperrschichten ausgeht. Ich halte es aber z.B. für möglich, dass Wärmebrücken in den Wänden des Kellergeschoss zu einer zeitweise auftretenden Kondensatfeuchte an der inneren Wandoberfläche führen. Aber auch das ist nur eine Möglichkeit. Lassen Sie daher folgende Fragen klären:

  • Gibt es Wärmebrücken in den Hüllflächen des Kellerraumes (mit Hilfe einer Thermografiekamera sichtbar zu machen), die zu Kondensatfeuchte an der Oberfläche führen?
  • Wie entwickelt sich die Luftfeuchtigkeit im Raum in einem bestimmten Zeitraum und können daraus Schlussfolgerungen für die Be- und Entlüftung abgeleitet werden?
  • Ist der Beton der Kellerwände/Boden feucht oder trocken (Salzanalyse, spezielle Messmethoden, Kernbohrung), so dass Aussagen zur Güte der horizontalen bzw. vertikalen Sperrschicht möglich sind?
Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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