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Expertenrat

Wie kann eine Schleppdachgaube richtig gedämmt und abgedichtet werden?

Frage von Martin  B. am 19.10.2016 

Ich plane den Bau einer Schleppdachgaube mit 12°-13° Dachneigung an mein Haus mit 38°. Da die RDN meiner Betondachsteine 22° beträgt, ist ein wasserdichtes Unterdach angezeigt.

Bislang hatte ich geplant, auf die Pavatex Isolair 60 mm eine diffusionsoffene, verschweißbare Dachbahn anzubringen (darunter ist eine Zwischensparrendämmung, zum Innenraum mit 0,2 mm PE luftdicht abgeschirmt), die Konterlattung sollte mit eingeschweißt werden. Ein Architekt behauptete bei einem Beratungsgespräch, dass es gar keine diffusionsoffene Bahn sein müsse. Das irritiert mich: die Dachfläche von 3,5 x 3 m könnte dann nur noch von den Gaubenwänden her trocknen. Ist das OK, oder sollte ich wenigstens eine OSB- Platte auf 40 mm Latten als Hinterlüftungsebene unter die dichte Bahn setzen?

Und was ist dann mit den Konterlatten? Die bekämen ja potenziell "nasse Füße"? Oder lasse ich die EPDM-Bahn einfach über die Konterlattung laufen, um wenigstens zur Unterseite der Konterlatte einen diffusionsoffenen Untergrund zu haben? 

Antwort von Andreas Skrypietz von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)  

Wenn Sie die Schleppgaube wie beschrieben ausführen, so sollten Sie in jedem Fall eine diffusionsoffene verschweißbare Dachbahn für das wasserdichte Unterdach verwenden. Sonst werden Sie mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit im Laufe der Zeit feuchtetechnische Probleme bekommen.

Aber ich habe noch ein paar grundsätzliche Anmerkungen zu Ihrem Vorhaben: Sie wollen die erwähnten Betondachsteine verwenden, da wahrscheinlich das übrige Dach auch mit diesen Steinen eingedeckt ist. Verständlich. Sie bewegen sich aber mit der Dachneigung von ca. 12° in einem Grenzbereich. Für eine Eindeckung mit Dachsteinen oder Dachziegeln sollte die Dachneigung mindestens 10° betragen, dies gilt auch für die Verwendung der erwähnten Pavatex Isolair. Zudem unterschreiten Sie die Regeldachneigung Ihrer Steine um 10°, ich kann Ihnen nur empfehlen, sich beim Hersteller Ihrer Dachsteine zu erkundigen, ob hierfür die Steine überhaupt noch eine Zulassung haben. Dies gilt auch für die erwähnte Pavatex Isolair. Auch hier sollten Sie nachfragen, ob diese Platte für ein wasserdichtes Unterdach bei dieser geringen Dachneigung überhaupt geeignet, bzw. zugelassen ist.

Und es gibt noch etwas zu beachten: Bei einer so geringen Dachneigung sollten Sie unbedingt noch die Windsicherheit Ihrer Dacheindeckung überprüfen. Auch hier sollten Sie den Hersteller Ihrer Dachsteine nach entsprechenden Informationen über Windsicherungssysteme bei dieser geringen Dachneigung kontaktieren. Je flacher Ihr Dach geneigt ist, desto eher kann der Wind Ihre Steine oder Ziegel abheben.

Ich kann Ihnen aus der Ferne nur raten, sich mit diesen Fragen an einen versierten Dachdecker vor Ort zu wenden!

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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