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Expertenrat

Wie kann der Drempel im Dachgeschoss richtig gedämmt werden?

Frage von Jan K. am 13.06.2016 

Hallo,

bei unserem Haus sind die Drempel (ca. 80 cm hoch), die aus 24 cm Porotonsteinen bestehen, nicht verputzt.
Das Haus ist verklinkert und mit ca. 12 cm Glaswolle gedämmt. Wir haben damals bei unserem Innenausbau die Drempel mit Rigipsplatten (mit Ansetzputz) verkleidet. Die Dampfbremsfolie läuft von den Sparren kommend über die Fußfette bis an den Drempel und ist dort verklebt.

Leider kommt in den Spalt zwischen den unverputzten Porotonsteinen und den davor geklebten Rigipsplatten irgendwo kalte Luft. Wir möchten diese Schwachstelle jetzt gern eliminieren.

Die Idee ist jetzt folgende:
1. Die mit Ansetzputz verkleben Rigipsplatten werden entfernt.
2. Auf den Drempel sollen Latten 24 x 48 mm vertikal aufgeschraubt werden. Zwischen den Latten soll eine Dämmung (24 mm) eingefügt werden.
3. Die Dämpfbremsfolie soll auf diese vertikale Lattung getackert und dann seitlich und unten angeschlossen werden.
4. Oben soll die Dampfbremsfolie mit der bestehenden Dampfbremsfolie der Dachschräge verbunden werden. Die bestehende Rigipsverkleidung der Dachschräge wird gekürzt, dadurch kann die Folie im Schnittpunkt zwischen Dachschräge und Drempel ausgeführt werden.
5. Auf die vertikalen Latten 24 x 48 mm sollen horizontale Latten 40 x 60 mm geschraubt werden. Zwischen den Latten soll eine Dämmung (40 mm) eingefügt werden.
6. Diese Konstruktion soll jetzt wieder mit Rigipsplatten verkleidet werden.

Jetzt die Frage, ist diese Ausführung in Ordnung?

Über eine Rückantwort würde ich mich sehr freuen.
Gruß Jan K. 

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Die Luftundichtheiten von unverputztem Mauerwerk, besonders dem mit Poroton-Ziegeln gemauerten, sind bekannt. An der bestehenden Situation ändern Sie jedoch wenig, wenn Sie nur die von Ihnen beschriebene Konstruktion aufbringen. Die Undichtheiten des Mauerwerkes bleiben bestehen und können zur Durchströmung der Dämmstoffe führen, wodurch deren Dämmwirkung erheblich nachlässt.

Ich rate Ihnen daher, innenseitig das Mauerwerk zunächst zu verputzen. Weiterhin sei die Überlegung gestattet, ob die von Ihnen vorgesehene Dämmstoffdicke modernen Anforderungen gerecht wird. Wenn einmal ein solcher Aufwand getrieben wird, sollten Sie eine Dämmstoffstärke von mindestens 12 cm (zweimal 6 cm Lattung) bzw. mehr in Erwägung ziehen.

Unabhängig vom verwendeten Dämmstoff, gehört eine Dampfbremse immer auf die warme Seite der Konstruktion. Es wäre also falsch, diese bereits auf die nach der Drempelwand folgende Lattung zu tackern.

Ein funktionsfähige Abfolge der einzelnen Schichten würde also so aussehen:
1. geputzte Drempelwand
2. 6 cm Lattung, einfügen eines Dämmstoffes, vorzugsweise Mineralwolle, Holzweichfaser o.ä. ohne Hohlräume oder Abstände
3. 2. Lattung (6 cm) rechtwinklig dazu verlegen, einfügen von Dämmstoff ohne Hohlräume oder Abstände
4. Verlegen der Dampfbremse, Abschnitte untereinander luftdicht verkleben (spezielle Klebebänder des Herstellers der Dampfbremse benutzen), mit der bestehenden Dampfbremse verbinden, an den Seiten mit Doppelklebeband an den Putz anschließen, unten mit Doppelklebeband an den Estrich anschließen, Durchdringungen (Kabel, Dunstrohre, E-Leitungen) sorgfältig abkleben, Tackerklammern mit Klebeband abkleben
5. Aufschrauben einer Lattung (24/48mm) zur Herstellung einer Installationsebene (zur Vermeidung der Verletzung der Dampfbremse); der entstehende Hohlraum kann nach Verlegung von Kabeln etc. mit Dämmstoff aufgefüllt werden
6. Montage von Gipskartonplatten

Für die Dampfbremse empfehle ich Ihnen eine mit feuchtevariablen Eigenschaften, die über ein hohes Rücktrocknungspotenzial verfügt, zu wählen. Sollte eine schwächere Dämmung wegen der Platzverhältnisse erforderlich sein, ändert sich nichts an der grundlegenden Konstruktion.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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