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Expertenrat

Wie dämmen wir den Holzboden unseres Gartenhauses richtig?

Frage von Veronika N. am 28.12.2020 

Wir möchten unser Blockbohlen-Gartenhaus am Boden dämmen. Das Haus steht auf Schraubfundamenten und hat ca. 30 cm Entfernung zum Boden. Die unterste Schicht (auf denen die Dämmung zu liegen kommt) besteht aus Sperrholzplatten. Die Wände werden nicht gedämmt, nur das Dach später noch. Plan ist, Styrodurplatten auszulegen und dann die Nut- und Feder Fußbodenbretter einfach drauf. Meine Fragen nun: Ist eine Dampfbremse zusätzlich (unbedingt) notwendig? Muss eine Luftschicht zwischen Styrodur und Bodenbrettern bestehen bleiben oder soll das Styrodur direkt unter den Bodenbrettern zu liegen kommen? Muss die unterste Schicht noch mal 100 % wasserdicht abgeschlossen werden oder reicht Sperrholzplatte mit Unterlüftung?

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Eine Dämmung von außenluftberührenden Bauteilen ist nur erforderlich und sinnvoll, wenn im Winter eine Beheizung des Raumes erfolgt oder die Dämmung gegen hohe thermische Belastung im Sommer wirken soll. Diese Aufgaben würden allerdings auch diesbezüglichen Anforderungen an die Außenwände sowie die Fenster und Türen stellen.

Luftdichte Dampfbremsen werden auf der warmen Seite einer gedämmten Konstruktion nur dann benötigt, wenn über mehrere Tage am Stück geheizt würde und mit einer vergleichsweise hohen Wasserdampfbelastung der Raumluft zu rechnen ist (durch Waschen, Trocknen, Saunieren).

Ich sehe bei einem Gartenhaus ohne winterliche Beheizung keine Dampfbremsen.

Eine Luftschicht zwischen Styrodur und Bodenbrettern ist nicht sinnvoll, auch nicht zwischen Styrodur und Sperrholzplatten.

Zur Vermeidung von montagebedingten Wärmebrücken (z. B. durch Nägel oder Schrauben) und Luftleckagen sollten Sie auf den verlegten Styrodurplatten jedoch zunächst mindestens eine, besser zwei kreuzweise OSB-Platten (15 bis 18 mm) auflegen, untereinander verkleben und an den Stößen mittels speziellen Klebebändern luftdicht überkleben (schwimmender Trockenestrich). Ebenso sollten Sie eine luftabdichtende Überklebung im Übergang zu den Außenwänden vornehmen. Anschließend werden die Nut-Feder-Bretter auf die OSB-Platte(n) geschraubt, ohne die Luftdichtung zu verletzen.

Die Herstellung einer Luftdichtung dient der Sicherheit, damit keine erwärmte, feuchte Luft in und durch die gedämmte Bodenkonstruktion dringen kann, da es unterhalb des Styrodurs bei bestimmten Bedingungen deutlich kälter wird als im Raum darüber.

Die unterste Schicht muss nicht wasserdicht abgeschlossen werden, sofern ausreichender Spritzschutz gewährleistet ist. Eine funktionierende Unterlüftung der Sperrholzplatte reicht, aber machen Sie es sich zur Gewohnheit, gelegentlich nach dem Zustand der Sperrholzplatten zu sehen.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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