Expertenrat

Ist es richtig, dass mein Haus mit elektrischem Durchlauferhitzer weniger effizient ist?

Frage von Joachim M. am 28.11.2022 

Ich habe 2011-2013 mein EFH energetisch saniert auf KfW100 Standard. Nach langem Entscheidungsprozess habe ich mich bzgl. Warmwasseraufbereitung für Stromdurchlauferhitzer entschieden, Heizung mit Gasbrennwerttherme. Der Energieberater musste damals wegen der Durchlauferhitzer einen Aufschlag machen, was zu einer schlechteren energetischen Bewertung des Hauses geführt hat. Ich war damals froh, dass ich 'durch' war und habe das nicht hinterfragt.
Frage:
1) War das zulässig? Wo ist das dokumentiert?
2) Gilt diese Regel heute noch, oder könnte ich eine Neubewertung der Energieeffizienz beantragen? Was muss ich dazu machen?

Antwort von ENERGIE-FACHBERATER  

In diesem Fall ist zwischen der end- und der primärenergetischen Bewertung zu unterscheiden. Der Endenergiebedarf beschreibt die tatsächlich benötigte Energiemenge, die sich am Gas- und Stromzähler ablesen lässt. Dieser ist mit dem Durchlauferhitzer etwas besser, da diese Art der Warmwasserbereitung geringere Verluste aufweist als ein konventionelles Speichersystem. Zudem arbeitet der Durchlauferhitzer mit einem Wirkungsgrad von annähernd 100 Prozent. Das heißt, nahezu die ganze eingesetzte Energie kommt der Warmwasserbereitung zugute.

Der Primärenergiebedarf berücksichtigt neben der direkt verbrauchten Energiemenge auch den Energieverbrauch beim Fördern, Aufbereiten und Transportieren der Energieträger. Er wird berechnet, indem Experten den Endenergiebedarf/-verbrauch mit einem sogenannten Primärenergiefaktor multiplizieren. Letzterer hängt vom Energieträger ab und ist bei Gas niedriger als bei Strom. Das hat zu Folge, dass der Primärenergiebedarf, der auch bei der Förderung und auf dem Energieausweis eine Rolle spielt, mit der elektrischen Warmwasserbereitung etwas schlechter ausfällt.

Lassen Sie das Gebäude heute neu bewerten, wird das Ergebnis ohne technische Änderungen etwas besser ausfallen (bezogen auf den Primärenergiebedarf). Denn mit dem steigenden Anteil regenerativer Energien wurde der Primärenergiefaktor für Strom bereits mehrfach nach unten korrigiert. Da der Warmwasserwärmebedarf im Vergleich zum Heizwärmebedarf eher gering ist, wird der Unterschied allerdings nicht sehr hoch sein.

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Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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