Expertenrat

Was ist zu beachten, wenn ich einen Holzboden über Erdreich sowie über einem Gewölbekeller verlegen möchte?

Unser Experte Dipl.-Ing. Frank Nowotka antwortet

Frage von Karl J. am 26.06.2019 

Welche Vorschriften sind zu erfüllen, wenn ich einen Holzboden auf Erdreich verlegen möchte? Wie ist die Regelung für eine Trockenschüttung auf Holzbasis? Wenn es um die Instandsetzung eines Holzbodens auf bzw. über einem Gewölbekeller geht, darf die Kuppel dann als Stütze für den Boden belastet werden? Gibt es auch hierfür Regelungen?

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Grundsätzlich ist dafür zu sorgen, dass die Holzkonstruktion an keiner Stelle durch Niederschlagswasser, aufsteigende Feuchte oder Kondensatfeuchte in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Das bedeutet, dass alle tragenden bzw. lastverteilenden Konstruktionselemente durch entsprechende Sperrschichten gegenüber dem Fundament vor vertikal aufsteigender Feuchte und Spritzwasser durch Niederschläge zu schützen sind.

Darüber hinaus müssen Vorschriften für den baulichen Wärmeschutz (Energieeinsparverordnung), den Schallschutz und den Brandschutz beachtet werden. Ich empfehle Ihnen deshalb, unbedingt einen erfahrenden Planer (Architekt, Bauingenieur) zu konsultieren.

Die untere Geschossdecke von Wohngebäuden (auch Holzbau) sollte, wenn die darüber befindlichen Räume beheizt werden, einen Wärmedurchgangskoeffizienten von 0,5 W/(m²K) nicht überschreiten. Wenn Holzfasern zur Dämmung verwendet werden, ist daher eine Dämmstoffstärke von mindestens 8 cm vorzusehen. Die Dämmschicht ist winddicht nach außen (kalte Seite) und luftdicht nach innen (warme Seite) einzubauen.

Bevor Sie einen Gewölbebogen belasten, sollten Sie unbedingt das fachliche Urteil eines Statikers einholen, welches den konkreten baulichen Zustand des Gewölbes berücksichtigt.


Kommentare

Karl J.

Leider ist die Sanierung schon vom Vorbesitzer durchgeführt worden. Laut Gutachter wird dieses als Leichtbau definiert. Es gibt einen Höhenunterschied von 3 cm auf einen Meter Länge (Wasserwege 1 Meter lang). Die Erdschüttung wurde auf einer Seite stark abgetragen und durch Megabit ausgetauscht. Daher vermute ich, dass die Seitenwand durch fehlendes Gewicht nachgegeben hat. Denn diese weist keinen Rundbogen mehr auf. Die Spitze der Kuppel ist auch um ca. 3 cm abgesackt und ebenfalls nicht mehr in Bogenform.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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