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Expertenrat

Nach der Dachdämmung habe ich jetzt ein Schimmelproblem am Schornstein. Was kann ich dagegen tun?

Frage von Nicola M. am 01.12.2014 

Nach meinem Dachneubau bekomme ich nun ein Feuchtigkeits-Schimmelproblem dort wo der Schornstein nach aussen tritt. Verwendete Materialien: Aufsparrendämmung/Steico Universal Holzfaserplatten, Zwischensparrendämmung/ Mineralwolle, Dampfsperre/Delta Reflex, Schornstein/Klinker einfach gemauert. Was kann ich dagegen tun? Wenn ich den Schornstein einpacke, bleibt die Feuchtigkeit zwischen Schornstein und Dämmung, was vermutlich auch nicht gut ist.

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Ich vermute, dass Ihr Feuchtigkeits-Schimmelproblem darauf zurückzuführen ist, dass die raumseitig angebrachte Delta-Reflex nicht luftdicht am Schornstein anschließt. Bereits geringfügige Luftundichtheiten führen dazu, das wärmere Lauft aus dem Haus im Bereich der Leckagen versucht, nach außen, also in den Kaltbereich, vorzudringen. Warme Luft ist leichter als kalte Luft, weshalb die Strömung von unten nach oben erfolgt. Wärmere Luft ist in der Regel aber auch feuchter. Nach dem Eintritt in den kälteren Bereich kühlt diese Luft ab und erreicht u.U, die Sättigungsgrenze, was eine Tröpfchenbildung zur Folge hat. Wahrscheinlich kommt es dort, also hinter der Luft-Eintrittsstelle auch noch zu einer Durchfeuchtung der Mineralwolle.

Hinzu kommt, dass der Schornstein im Bereich der Dämmschichten selbst eine Wärmebrücke darstellt. Der mit Klinkern gemauerte Schornstein hätte, wenn man die Situation mit einer Thermografie-Kamera sichtbar machen würde, eine auffälligen „Ring“ geringerer Temperatur unmittelbar vor dem Eintritt in die Dämmschicht. Dieser kältere Bereich ist auf die Wärmeleitung im Klinkerverband zurückzuführen. Durch eine lückenlose Dämmung des Schornsteines könnte die Wärmebrücke kompensiert werden, jedoch setzt dies exakte, luftdichte Ausführung voraus.

Sollte Ihr Problem, was ich vermute, auf mangelnde Luftdichtheit zurückzuführen sein, würde ich empfehlen, zunächst die Leckagen zwischen der Delta-Reflex und dem Schornstein abzudichten. Dies ist eigentlich Aufgabe des Dachdeckers im Zuge der Einbringung der Mineralwolle-Dämmung und dem raumseitigen Abschluss mit einer Dampfbremse, die immer luftdicht zu verlegen ist. Für die Herstellung der Luftdichtheit gibt es eine Reihe von eigens dafür hergestellten Materialien, wie z.B. spezielle Doppelklebebänder. Damit könnten Sie, das Material der Dampfbremse am Schornstein 10 bis 15 cm heruntergeführt (ggf. Verlängern), mittels Doppelklebeband gegen den Schornstein anpressen. Ggf. müssen Sie zunächst einen Streifen Glattputz am Schornstein herstellen. Weitere Leckagen finden Sie mittels der standardisierten Luftdichtheitsprüfung.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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