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Expertenrat

Wie kann ich den Boden über dem Erdreich nachträglich dämmen?

Frage von Reiner G. am 03.06.2022 

Unser Haus hat einen Erker. Das Haus selbst ist unterkellert. Der Erker wurde mit einer verlorenen Schalung erstellt. Zwischen der Schalung und dem Erdreich sind ca. 40 cm Luft. Da der Fußboden im Erker fühlbar kälter ist als der Boden im unterkellerten Bereich, möchte ich diesen nachträglich dämmen.

Kann ich in den 40 cm hohen Hohlraum Löcher bohren und durch diese den Hohlraum mit Isolier- oder Bauchschaum aussprühen? Wenn ja, in welchem Abstand müsste ich die Löcher bohren und wie viel Schaum müsste ich einbringen. Die Größe des Hohlraumes beträgt ca. 1,30 x 3,30 Meter.

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Ob die von Ihnen angefragte Art der Wärmedämmung für den Hohlraum im Boden geeignet ist, kann ohne Inaugenscheinnahme der Konstruktion nicht sicher beurteilt werden. Beispielsweise geht aus Ihrer Schilderung nicht hervor, ob der Hohlraum belüftet ist bzw. ob eine Belüftung zur Vermeidung von Feuchteschäden erforderliche wäre oder ist. Hier wäre ein Bauingenieur hinzuzuziehen, der die Konstruktion entsprechend beurteilen kann.

Ist keine Belüftung des Hohlraumes erforderlich, ist zur Bodendämmung eventuell auch eine Füllung mit feuchteunempfindlichen, schüttfähigen oder einblasfähigen Dämmstoffen möglich oder anzuraten. Aber auch der Einsatz von Bauschaum ist in Ihrem Falle denkbar. Das Volumen des Hohlraumes beträgt 1.716 Liter. Bei einer angenommenen Ausbeute von ca. 40 Liter pro 0,75 Liter Dose Bauschaum benötigen Sie theoretisch etwa 43 Dosen.

Diese Angabe bezieht sich auf frei ausgeschäumten Bauschaum. Praktisch ist dieser Wert bei der geschilderten Situation kaum erreichbar, sodass Sie mit mehr Dosen rechnen müssen.

Ich schätze, dass ein Abstand von etwa 30 cm pro Bohrloch erforderlich ist. Belastbare Angaben zu Bohrlochabständen, z. B. von Herstellern der Bauschäume sind mir nicht bekannt.

Einzelnen Schaumvorgängen ist ausreichend Zeit zum Aushärten (ca. 8 Stunden Aushärtungszeit) zu geben. Während des Schäumens und sicher auch noch einige Tage danach bis zur vollständigen Aushärtung ist mit der Ausgasung von gesundheitlich bedenklichen Isocyanat zu rechnen. Also gut lüften. Bauschaum ist nicht UV-Stabil.


Kommentare

Reiner G.

Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Auf Grund Ihres Rates werde ich mich nach einer Firma für Einblastechnik umsehen.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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