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Expertenrat

Wie lässt sich eine effiziente Innendämmung aufbauen und was kostet das?

Frage von Bärbel  F. am 13.06.2022 

Mein Nachbar will den Giebel seines Hauses (steht auf der Grundstücksgrenze) mit einer Außendämmung versehen (Steinwolle 16 cm + Putz, dadurch U=0,197W/m²K). Wir als Nachbarn sehen eine Innendämmung zumutbar und machbar (Haus ist leer und wird total umgebaut). Die Innendämmung sieht der Bauherr wie folgt: Calziumsilicat d=8 cm, U=0,558 W/m²K.

Wie könnte eine Innendämmung aussehen, um auf vergleichbare Werte wie bei der vorgeschlagenen Außendämmung zu kommen und welche Kosten entstehen?

Antwort von ENERGIE-FACHBERATER  

Die Innendämmung ist bauphysikalisch mit größeren Risiken verbunden. Grund dafür ist feuchte Luft, die aus dem Raum in die Dämmkonstruktion eindringen kann. Kondensiert diese dort, kommt es zu Schimmel und anderen Problemen. Um dem vorzubeugen, lassen sich diffusionsoffene Dämmstoffe einsetzen. Diese nehmen Feuchte auf, speichern diese und geben sie zeitversetzt wieder an den Raum ab. 


Nachteilig ist allerdings, dass solche Materialien einen schlechteren Wärmeschutz bieten, weshalb vergleichsweise hohe Schichtdicken nötig sind. Um einen U-Wert von 0,20 W/m²K zu unterschreiten, sind mit Kalziumsilikat beispielsweise rund 30 cm nötig (abhängig vom übrigen Wandaufbau). Eine dünnere Dämmschicht und ein schlechterer U-Wert führt dazu, dass die Förderung der Fassadendämmung wegfällt - die Maßnahme kostet dadurch 20 bis 25 Prozent mehr.

Dämmstoffe wie Mineralwolle oder EPS erreichen ähnliche Werte mit der halben Stärke. Wie beschrieben, bringen diese aber Schimmelgefahr mit sich, wenn die Ausführung mangelhaft ist. Ein weiteres Problem der Innendämmung stellen Wärmebrücken dar. Diese entstehen an Innenwänden, die sich im Gegensatz zur Fassade nicht vollflächig überdämmen lassen. Das führt dazu, dass hier mehr Wärme nach außen strömt. Die Oberflächentemperaturen der betroffenen Wände sind niedriger und bei feuchter Luft besteht ebenfalls Schimmelgefahr.

Die Kosten einer Innendämmung liegen in der Regel bei 50 bis 100 Euro pro Quadratmeter. Eine verlässliche Auskunft ist hier jedoch nur mit dem individuell kalkulierten Angebot eines Fachhandwerkers möglich.

Unabhängig von der Grundstückssituation ist die Außendämmung der Fassade mit WDVS oder VHF einer Innendämmung immer vorzuziehen, wenn das möglich ist. Im individuellen Fall empfehlen wir Ihnen, das Vorhaben mit einem Energieberater vor Ort zu besprechen. Dieser gibt wichtige Hinweise und hilft dabei, eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 
 

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