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Expertenrat

Welche Heizung eignet sich für unseren sanierten Altbau mit 4 Wohneinheiten?

Frage von Helmut H. am 30.05.2022 

Ich möchte unsere Ölheizung, die ein frei stehendes Mehrfamilienhaus mit 4 Wohneinheiten (ca. 350 qm) bedient, ersetzen. Es steht eine Reparatur in Höher von ca. 4.500 EURO an (neuer Brenner), ich will aber nicht mehr in Öl investieren. Wir haben auf dem Gebäude schon seit ca 22 Jahren eine Anlage zur Warmwassergewinnung, die vermutlich auch getauscht werden muss.

Wärmepumpe, davon wird mir bei dem alten Haus abgeraten (Baujahr ca 1900). Das ist für mich auch absolut nachvollziehbar. Es ist zwar in den 90-Jahren saniert worden, hat rundum neue Fenster, ist relativ gut isoliert. Wir haben einen Heizölverbrauch von ca. 4.000 Liter pro Jahr.

Es ist keine PV-Anlage auf dem Dach, nur Solarthermie für Warmwasser.

Wie gesagt, Öl soll nicht mehr infrage kommen. Ich möchte, da Pellets wegen der Zuführung zur Heizung sehr kompliziert wird (langer Weg aus dem Keller in den Heizraum), also auf Gas umsteigen. Habe mir da auch schon Angebote eingeholt und auch schon Beratungsgespräche geführt.

Diese Gespräche müssen nicht unbedingt objektiv gewesen sein. Die Firmen wollen ja auch daran verdienen. Ich sehe aber in Gas eine große Chance, nämlich dass diese Form des Heizens, ich hoffe 1:1, auf Wasserstoff umgesetzt werden kann, wenn die Technik endlich so weit ist, und dies großflächig umgesetzt werden kann.

Die Infrastruktur für Wasserstoff sehe ich komplett verfügbar. Durch die Rohre, durch die heute das Gas geliefert wird, kann, so meine Sicht, auch der Wasserstoff geliefert werden. Und die Heizungsanlage (Brenner) muss wohl auch nicht getauscht werden. Diese kann den Wasserstoff anstelle des Erdgases ebenso verarbeiten. Das wäre auf jeden Fall meine Hoffnung.

Welchen Rat würden Sie mir geben? Von Öl auf …?

Antwort von ENERGIE-FACHBERATER  

Ohne das Gebäude zu kennen, ist ein zuverlässiger Rat aus der Ferne leider nicht möglich. Kommt eine Pelletheizung aufgrund der baulichen Situation nicht infrage, stellt die Gasheizung aber eine günstige Alternative dar. Bereits heute sind Heizgeräte verfügbar, die Wasserstoff (zumindest zu einem hohen Anteil) verbrennen können. Da Wasserstoff flüchtiger ist als Gas, lässt es sich allein vermutlich nicht ohne Weiteres in Gasleitungen transportieren - ein Anteil von etwa 20 Prozent am Erdgas ist aber bereits möglich.

Empfehlen würden wir Ihnen aus der Ferne eine Gasbrennwert-Hybridheizung. Diese kombiniert Gasbrennwerttechnik, Solarthermie zur Warmwasserbereitung (in Ihrem Fall) und eine Wärmepumpe. Letztere arbeitet dabei vor allem in der Übergangszeit sehr effizient, wenn auch mit niedrigen Vorlauftemperaturen viel Wärme ins Haus kommt. Während die Solarthermie ganzjährig für warmes Wasser sorgt (zumindest dann, wenn die Sonne scheint), deckt die Gasbrennwertheizung den offenen Wärmebedarf im Winter zuverlässig ab.

Sie sparen auf diese Weise Heizkosten und bekommen zudem eine Förderung in Höhe von 40 bis 45 Prozent (30 Prozent für die Gasbrennwert-Hybridheizung + 5 % optionalen iSFP-Bonus + 10 % Ölheizungs-Austauschbonus9. Die Förderung der Gasheizung dürfte die Mehrkosten der Wärmepumpe damit ziemlich ausgleichen.

Laden Sie sich unsere Anleitung zur Förderung der Gasheizung herunter - da werden in einem interaktiven eBook alle Förderalternativen beschrieben und Schritt für Schritt der Weg zur maximalen Förderung aufgezeigt.

Ein zuverlässiger Rat ist jedoch nur nach einer individuellen Prüfung möglich. Dazu empfehlen wir Ihnen den Kontakt zu einem Energieberater aus Ihrer Region.

Angebote von Handwerkern aus Ihrer Region bekommen Sie kostenfrei und unverbindlich über unser Online-Angebotstool für die neue Heizung.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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