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Expertenrat

Sind Feuchteschäden zu befürchten, wenn wir das Dach von innen dämmen?

Frage von Michael U. am 08.04.2022 

Wir haben ein Haus Baujahr 1986 mit einem unausgebauten Spitzdach/Dachboden. Die oberste Geschossdecke ist gedämmt. Nun soll mit Mineralwolle eine Zwischensparrendämmung des Steildachs unseres unbewohnten Dachbodens durchgeführt werden. Der Dachboden soll auch künftig ungenutzt bleiben.

Aufbau des Dachs: Tonziegel, Dachpappe (eine Art schwarzer Bitumen), Holzverschalung (Nut und Feder Bretter).

Bisher gab es im Dach keine Probleme mit Feuchtigkeit oder Ähnlichem. Die Mineralwolle soll einfach zwischen die Sparren, also auf die Holzverschalung geschoben werden. Sind hier Probleme oder Feuchtigkeitsschäden wahrscheinlich? Wie sollte man vorgehen?

Antwort von ENERGIE-FACHBERATER  

Soll der Dachboden ungenutzt bleiben, ist eine Verbesserung der Dachbodendämmung die günstigere und sicherere Option. Dabei bringen Sie zusätzliche Dämmstoffe von oben auf den Dachboden auf. Soll der Dachboden begehbar bleiben, können Sie dazu Balken verlegen und die Dämmung in die entstehenden Zwischenräume einbringen. Anschließend verlegen Sie auf der Oberfläche Bohlen oder Ähnliches mit einem Abstand von mindesten 2 cm zueinander. Auf diese Weise kann Feuchtigkeit nach oben in den Dachboden diffundieren und dort aus dem Haus entweichen. Soll es ein lückenloser Boden sein, benötigen Sie eine Dampfsperre (variable Dampfbremsfolie) auf der warmen Seite unter der Dämmung.

Isolieren Sie das Dach zusätzlich zum Dachboden, ist die Konstruktion wie beschrieben umsetzbar. Durch die Bitumenbahn auf der Außenseite ist aber eine dampfbremsende Schicht auf der Innenseite der Konstruktion vorzusehen. Infrage kommt eine feuchtevariable Dampfbremse, die Feuchtigkeit aussperrt und eventuell eingetretenen Wasserdampf wieder ins Dach zurücktrocknen lässt.

Nutzen Sie das Dach nicht, sind Feuchtschäden unwahrscheinlich. Auf Nummer sicher gehen Sie mit einem einfachen Hygrometer. Kontrollieren Sie den Wert der relativen Feuchte auf dem Dachboden regelmäßig und lüften, wenn dieser stark ansteigt.

Sind Sie unsicher, worauf bei der Dachdämmung im Detail zu achten ist, empfehlen wir Ihnen die Beratung durch einen Energieberater aus Ihrer Region. Denken Sie daran, dass der Staat eine Förderung für Dachdämmung und Dämmung der obersten Geschossdecke vergibt. Laden Sie sich unsere Anleitung zur Förderung für Dämmarbeiten am Dach herunter - da werden in einem interaktiven eBook alle Förderalternativen beschrieben und Schritt für Schritt der Weg zur maximalen Förderung aufgezeigt.

Angebote von Handwerkern aus Ihrer Region bekommen Sie kostenfrei und unverbindlich über unser Online-Angebotstool für Dämmarbeiten.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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