Expertenrat

Wir würden gerne Solarthermie oder Photovoltaik auf dem Dach installieren? Was ist besser und wer kann mich beraten?

Unser Experte Die Redaktion von Energie-Fachberater.de antwortet

Frage von Fritz W. am 02.06.2019 

 Als nicht Fachmann bemühe ich mich nun schon einige Zeit darum, für meinen Fall (1-2 FH) nur noch von 2 Personen bewohnt, Solarenergie zu nutzen bzw. darauf umzustellen. In zahlreichen Artikeln wird der Unterschied zwischen PV und Solarthermie erläutert. In den letzten Jahren scheint aber die Speicherung von Strom in Batterien immer interessanter. Bisher habe ich keinen Ansprechpartner gefunden (sog. Energieberater), bei denen ich den Eindruck hatte, dass er mich wirklich unabhängig beraten kann. Es müsste doch objektiv festgestellt werden können, ob nun in meinem Fall besser nur PV mit Stromspeicher und Heizstab eingesetzt werden soll oder aber eine Kombination von Solarthermie und PV und mit welcher Aufteilung in Quadratmeter Fläche?

Wer kann mir da helfen oder kann ich dies aufgrund geeigneter Informationen selbst pragmatisch entscheiden?

Antwort von Die Redaktion von Energie-Fachberater.de 

Ob Solarthermie oder Photovoltaik besser geeignet ist, lässt sich pauschal nicht einfach beurteilen. Denn die Entscheidung hängt vor allem von Ihren Wünschen und den örtlichen Gegebenheiten ab. 


Solarthermieanlagen wandeln das Licht der Sonne in Wärme um. Diese können Sie nutzen, um das Trinkwasser zu erwärmen oder die Heizung zu unterstützen. Mit Kosten von 3.000 bis 6.000 (Warmwasser-Solaranlage) und 10.000 bis 12.000 Euro (Solar-Heizung) können sie Ihre Heizkosten in der Regel um 5 bis 20 Prozent senken. Wichtig zu wissen ist, dass Solarkollektoren und Wärmespeicher günstiger sind als PV-Module und Stromspeicher. Geht es um Wärme, arbeiten Solarthermieanlagen mit höherem Wirkungsgrad.

Photovoltaikanlagen wandeln das Licht der Sonne in elektrische Energie um. Durch sinkende Einspeisevergütungen lohnt es sich immer mehr, einen großen Teil des selbst erzeugten Stroms auch selbst zu verbrauchen. Möglich ist das mit Stromspeichern, die elektrische Energie vom Tage bis in die Nacht vorhalten. Die Kosten für eine solche Anlage liegen bei etwa 10.000 bis 15.000 Euro. Dabei erreichen sie einen Autarkiegrad von 50 bis 60 Prozent und Ihre Stromkosten sinken spürbar. Auch wenn es möglich ist, Solarstrom mit einer Heizpatrone in Wärme umzuwandeln, funktioniert das nur mit geringem Wirkungsgrad. Vor allem im Vergleich zur Solarthermie.

Abhängig vom energetischen Zustand Ihres Gebäudes kann es sich also lohnen, eine Warmwasser-Solaranlage (ca. 1,5 m² Kollektorfläche und 100 Liter Speichervolumen; je pro Person) mit einer Photovoltaikanlage (4 kWp Solarmodule und 4 kW Solarspeicher) zu kombinieren. Eine zuverlässige Aussage lässt sich allerdings nur bei der Beratung durch einen Experten vor Ort geben. Diese bekommen Sie von einem unabhängigen Energie-Effizienz-Experten der Expertenliste des Bundes oder einem Berater der Verbraucherzentrale. Letztere sind staatlich gefördert, sodass Sie für einen vor Ort "Eignungs-Check Solar" nur 30 Euro zahlen.

Wichtig: Für Solarthermie- und Photovoltaikanlagen gibt es heute attraktive Fördermöglichkeiten. Über diese informieren wir in unseren Beiträgen "Förderung für Solarthermie und Pufferspeicher" und "KfW-Förderung für Photovoltaik-Anlagen".

Möchten Sie sich kostenfrei ein für Sie unverbindliches Angebot erstellen lassen, bekommen Sie dieses über unser Online-Angebotstool für Solaranlagen.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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